Schwiederländern
Ich schwimme Niederländisch. Nicht sicher, nicht elegant, aber ich versinke nicht mehr. Ich schwimme in sicherer Entfernung am Ufer entlang, strample wie ein Hund mit Armen und Beinen, um nicht von einer Welle weggespült zu werden. Gelegentlich bekomme ich einen kalten und bitteren Schub Salzwasser in den Mund, aber die Hustenanfälle und der Würgereiz, die ich früher hatte wenn ich mehrere Minuten unter Wasser war, sind zu einem dunklen Schatten der Erinnerung auf der Netzhaut geworden, gleichsam einem Albtraum, vor dem man sich selbst im wachen Zustand fürchtet.
Natürlich ist das Wasser noch kalt und unangenehm. Nach wenigen Minuten frieren mir die Füße, und wenn ich mit klammen Händen versuche, das Wörterbuch zu nutzen, an dem ich mich wie an einer Boje krampfhaft festhalte, drohe ich sofort zu sinken, weil ich nicht mehr genug Schwimmkörper habe. Manchmal erschrecke ich, weil eine Wasserpflanze sich um meinen Knöchel gewunden hat oder ich an ein Stück Treibholz stoße. Manchmal fürchte ich mich, weil ich mich zu weit vom Ufer entfernt habe.
Wenn ich aber früh morgens, wenn ich ausgeschlafen habe, gleich zum Meer laufe, glitzert das Wasser im Sonnenschein, und die windigen Wellen kräuseln sich am Ufer. Dann wate ich vorsichtig so tief ins Wasser, bis ich gerade noch stehen kann. Ich tauche mit den Händen ins Wasser, benetze meinen Kopf, hole tief Luft und schwimme. Bewege mich. Atme.
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