Tauchgang

Die zwei Monate waren wie ein sommerlicher Sprung in ein Schwimmbecken mit tiefblauem, klaren Wasser. Ich sprang mit dem Kopf zuerst, spürte, wie das Wasser meinen Körper umschloss, wie es sich mal kälter oder wärmer anfühlte, je nachdem, wie weit ich unter der Wasseroberfläche war.
Mit kräftigen Schwimmzügen schob ich mich durch das Wasserbecken, den Blick auf das diffuse Licht im Wasser geheftet, mit kräftigen Zügen folgte ich der schwarzen Linie auf dem Boden. Dann und wann setzte ich eine Taucherbrille auf, beobachtete die kleinen Staubpartikel aus Präpositionen und Wortblasen, die vor meiner Nase schwammen, und wie ich da so schwamm, spürte ich die Kraft meiner Arme und meiner Beine, die Bewegung nach vorne, den Auftrieb im Wasser, den Widerstand.
Manchmal tauchte ich an die Oberfläche, um Luft zu holen, dann erblickte ich meine Freunde, die am Beckenrand saßen, ebenfalls ins Wasser sprangen und die kühle Luft von Amsterdam genossen. Oder ich schwamm ohne Brille und wunderte mich, dass die Menschen um mich wie durch einen Schleier verzerrt waren, wie das Licht ihren Körpern einen seltsamen Schimmer verlieh.
Gelegentlich drehte ich mich auf den Rücken und ließ mich ganz ruhig treiben, den Blick auf den Himmel und die Wolken gerichtet. Und wenn ich lachte lief mir das Wasser in den Mund, und gurgelnd und sprotzend spukte ich dieses Wasser wieder aus, noch mehr lachend, weil sich das so komisch anhört.
Ganz hinten, am anderen Ende des Beckens, bin ich wieder aufgetaucht, ein wenig erschöpft von der großen Kraftanstrengung, aber belebt, erfrischt, glücklich. Nun schnuppere ich die Luft und bin gespannt auf den neuen Tag.
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