<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961</id><updated>2011-05-16T22:45:14.160+02:00</updated><title type='text'>hetboekje</title><subtitle type='html'>"hetboekje" berichtet von einem zweimonatigen Stipendium bei der niederländischen Tageszeitung Trouw - nach einem knapp zweiwöchigen Sprachkurs.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>28</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114470520237597983</id><published>2006-04-04T23:50:00.000+02:00</published><updated>2006-04-10T23:48:56.753+02:00</updated><title type='text'>Tauchgang</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_1117.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_1117.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die zwei Monate waren wie ein sommerlicher Sprung in ein Schwimmbecken mit tiefblauem, klaren Wasser. Ich sprang mit dem Kopf zuerst, spürte, wie das Wasser meinen Körper umschloss, wie es sich mal kälter oder wärmer anfühlte, je nachdem, wie weit ich unter der Wasseroberfläche war.&lt;br /&gt;Mit kräftigen Schwimmzügen schob ich mich durch das Wasserbecken, den Blick auf das diffuse Licht im Wasser geheftet, mit kräftigen Zügen folgte ich der schwarzen Linie auf dem Boden. Dann und wann setzte ich eine Taucherbrille auf, beobachtete die kleinen Staubpartikel aus Präpositionen und Wortblasen, die vor meiner Nase schwammen, und wie ich da so schwamm, spürte ich die Kraft meiner Arme und meiner Beine, die Bewegung nach vorne, den Auftrieb im Wasser, den Widerstand.&lt;br /&gt;Manchmal tauchte ich an die Oberfläche, um Luft zu holen, dann erblickte ich meine Freunde, die am Beckenrand saßen, ebenfalls ins Wasser sprangen und die kühle Luft von Amsterdam genossen. Oder ich schwamm ohne Brille und wunderte mich, dass die Menschen um mich wie durch einen Schleier verzerrt waren, wie das Licht ihren Körpern einen seltsamen Schimmer verlieh.&lt;br /&gt;Gelegentlich drehte ich mich auf den Rücken und ließ mich ganz ruhig treiben, den Blick auf den Himmel und die Wolken gerichtet. Und wenn ich lachte lief mir das Wasser in den Mund, und gurgelnd und sprotzend spukte ich dieses Wasser wieder aus, noch mehr lachend, weil sich das so komisch anhört.&lt;br /&gt;Ganz hinten, am anderen Ende des Beckens, bin ich wieder aufgetaucht, ein wenig erschöpft von der großen Kraftanstrengung, aber belebt, erfrischt, glücklich. Nun schnuppere ich die Luft und bin gespannt auf den neuen Tag.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114470520237597983?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114470520237597983/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114470520237597983&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114470520237597983'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114470520237597983'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/04/tauchgang.html' title='Tauchgang'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114470514547910077</id><published>2006-04-03T23:28:00.000+02:00</published><updated>2006-04-10T23:51:46.636+02:00</updated><title type='text'>Auf Flut folgt Ebbe</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_1069.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_1069.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;„... und jetzt fühle ich mich, als sei ich nie in Amsterdam gewesen“, sagt meine deutsche Kollegin, als wir am letzten gemeinsamen Abend in einem Berliner Weinlokal sitzen. Und ich kann ihr nur beipflichten und noch einen Schluck Wein trinken, während ich versuche, mir die Gesichter der Kollegen gut einzuprägen, ihre typische Gesten, die Art, wie sie Lachen oder mit dem Messer ein stück Käse abschneiden und sich auf das Brot schmieren, ihren Sprachduktus, den Blick.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sprache ist ein Meer: Sie kommt über uns wie eine Flut, und sie verlässt uns wie die Ebbe.&lt;br /&gt;Es fing schon im Zug nach Berlin an: Vor mir saß ein deutsches Paar, das offensichtlich ein Wochenende in Amsterdam verbracht hatte und nun die Erlebnisse Revue passieren ließ. Und neben und hinter mir saßen drei Frauen, die ein paar Tage nach Berlin fahren wollten und nun darüber sprachen, was sie alles Ansehen möchten. Und mein Gehör, bislang völlig darauf geeicht, die Niederländische Sprache zu verstehen, spielte verrückt, reflexartig zog es mich mal in die vertraute Muttersprache, dann sprangen meine Ohren zurück zu den Stimmen der Frauen, um zu lauschen und sich daran zu laben, dass sie nun beinahe jedes Wort verstehen und begreifen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Laufe der Zugfahrt schwand das Niederländisch zusehends, die deutschen Reisenden bildeten einen Klangteppich, dem das Gehör nicht widerstehen konnte, aber es war schmerzhaft, weil die Sätze an das Trommelfell klapperten und schlugen, ohne reguliert zu werden, ich fühlte mich wie unter Sprachbeschuss, und wieder einmal knallten die Billardkugeln auf meiner inneren Sprachtafel aneinander, um gleich darauf bunt auseinanderzurollen oder mit einen lauten Klack in einem Loch zu verschwinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Berlin war das Billardspiel entschieden: Nun gab es nur noch dunkle deutsche Kugeln in meinem Kopf, und als meine niederländischen Kollegen mal ein paar Sätze sprachen, sah ich die bunten niederländischen Kugeln in der Ferne rollen, traumwandlerisch sicher, aber gedämpft durch den Teppich meines Verstands.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sprache lernen ist so etwas Schönes, aber auch so traurig. Schön, weil es immer ein ‚richtig’ und ‚falsch’ gibt, weil wir den Lernprozess leicht und intensiv verfolgen können, weil wir die Schwellen, über die wir gehen müssen, nicht nur erkennen, sondern auch bewusst überwinden können. Traurig ist allerdings, wie schnell wir die Sprache auch wieder verlernen. Wir können zusehen, wie sich die Sprache zurückzieht, wie ein Meer bei Flut sehen wir die Strömung, mit der die Worte auf die offene See hinaustreiben, und während wir mit den Füssen noch im Wörterbad stehen, spüren wir die Strömung, mit der die Begriffe auf die See hinaustreiben, mit der sie uns aufs offene Meer hinausziehen, und dann erkennen wir die Gefahr, können aber die Strömung nicht aufhalten, sondern sehen dem Naturschauspiel zu und beobachten fasziniert, wie eine Schaumkrone der Erinnerung der Anderen folgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Sediment dieser Sprache bleibt unter unseren Füssen liegen. Und gelegentlich, wenn wir am Strand der Sprache wieder spazieren gehen, heben wir sehnsüchtig einzelne Sätze vom Boden auf, drehen und wenden sie in unserer Hand und erfreuen uns an ihrem Klang und ihrer Bedeutung. „Ik hou van jou“. „False vriende“. „Versrikkelig“. „Jammer“.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114470514547910077?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114470514547910077/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114470514547910077&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114470514547910077'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114470514547910077'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/04/auf-flut-folgt-ebbe.html' title='Auf Flut folgt Ebbe'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114470499369192640</id><published>2006-04-02T23:33:00.000+02:00</published><updated>2006-04-10T23:53:52.993+02:00</updated><title type='text'>Integration</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_1030.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_1030.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Ein Junge erschießt einen anderen Jungen. Um nicht selbst zu sterben. Seine Kumpels fahren weg, während er vor der Leiche sitzen bleibt und zuschaut, wie ein Fuchs sich nähert, die Witterung aufnimmt und wieder verschwindet. Das Kino in Berlin Neukölln, in dem der Film „Knallhart“ gezeigt hat, ist voll, aber als der Abspann läuft, gehen die Menschen still aus dem Saal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute ist einer der letzten Tage des Stipendiumprogramms, die wir deutschen und niederländischen Journalisten gemeinsam in Berlin verbringen. Wir wollen mit Politikern, Bürgermeistern und einer Schulleiterin sprechen über das Thema Integration. In den Zeitungen überschlagen sich die Meldungen. Terror in einer Neuköllner Schule. Die Lehrer schreiben einen Brandbrief. Aktueller könnte unser Thema gerade nicht sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ach, der Film. Die Einen finden ihn viel zu sacht. Die Anderen sagen, er sei noch nicht drastisch genug“, sagt der Neuköllner Bezirksbürgermeister Buschkowski. „Willkommen in Berlins Gruselkiez. Nicht dass ich diesen Bezirk so genannt hätte, das hat eine Zeitung geschrieben“, eröffnet der Bürgermeister die Diskussion mit den Journalisten. Er zeigt auf einen Stapel mit Zeitungsartikeln. Sie sind alle von heute, und haben alle das gleiche Thema: Den Brandbrief der Lehrer von der Rütli-Hauptschule in Berlin-Neukölln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich habe noch die Schminke im Gesicht, seit heute morgen bin ich hier in Aktion, Sie können sich vorstellen, was hier los ist, aber ich will mir die Zeit nehmen mit Ihnen“, sagt Buschkowski und streicht sich über seine rosa Krawatte. Er wolle so lange krähen und sich beschweren, bis sich etwas ändere, meint er und beginnt genüsslich, die Schreckenszahlen aus seinem Bezirk aufzuzählen und mit deftigen Geschichten auszuschmücken. Die Rütli-Hauptschule sei die unterste Schulstufen, dort seien Schüler, die zuvor ausselektiert wurden. „Es gibt keinen Sanktionskatalog mehr, mit dem Sie an diese Schüler herankommen“, meint Buschkowski.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich brauche keine Integrationspolitik für die Bildungfamilie aus der Mittelschicht von Istanbul. Was ich brauche, ist ein Programm für die Familien aus den untersten Schichten, die nach Berlin kommen, deren Kinder hier aufwachsen“, sagt Buschkowski. Vierzig Jahre habe die politische Rechte geglaubt, dass die Gastarbeiter wieder gehen, die politische Linke habe verkündet, hurra, jetzt habe man endlich ein buntes Multikulti. Tatsächlich sei es aber zu einer ethnischen Clusterbildung in den Bezirken gekommen. in seinem Bezirk leben 300 Tausend Einwohner, davon rund 100.000 Menschen mit Migrantenhintergrund.  „In meinem Bezirk verlassen 70 Prozent der Schüler ohne Abschluss die Schule, und 30 Prozent werden kriminell“, so Buschkowski. Das Problem sei vor allem die Bildungspolitik, denn die sei nicht Sache der Länder. Der Bürgermeister wirkt, als habe er Spaß daran, die Situation dramatisch und schwierig darzustellen. Er erzählt von den Schülern, mit denen er gesprochen habe, ihrer Wut auf die Presse, „die haben so lange provoziert, bis die Schüler endlich mit Steinen werfen“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wir können hier fast nichts unternehmen“, sagt Buschkowski, und dann zählt er auf, welche Projekte der Bezirk gestartet hat. Zwischen zwei Schulen habe er die Strasse gesperrt und als Spielstrasse eingerichtet, damit die Jugendlichen einen Ort haben, an dem sie sich austoben können. Dann habe er rund 30 Stadtteilmütter ausgebildet. Für 150 Euro besuchen sie zehn Mal Familien, und bringen ihnen deutsche Kultur näher. Dieses Modell soll nun auf 250 Mütter ausgeweitet werden. Weiterhin wurde ein Jugendrechtshaus gegründet. „Dort spielen wir mit den Jugendlichen ein bisschen Barbara Salisch – allerdings mit echten Polizisten, Richtern und Beamten“, sagt Buschkowski. Jugendliche erzählen von einer typischen Straftat, dann wird ein Rollenspiel gemacht. Mit diesem Projekt sei die Kriminalität in dem Viertel um 20 Prozent gesunken. Schließlich sorge er dafür, die Ausbildungsplätze in der Verwaltung mit jungen Menschen aus Migrantenfamilien zu besetzen. „Weil die Qualifikationen dafür nicht stimmten, haben wir ein Trainingsprogramm gestartet. Ein halbes Jahr lang bekommen die Jugendlichen in 20 Stunden pro Woche gezeigt, wie sie sich bewerben können auf unsere Stelle“. Und noch etwas hat der Bürgermeister gemacht: Eine Einbürgerungsveranstaltung in Neukölln. Für 64 Personen. Damit die Einbürgerung etwas Feierliches wird und einen anderen Stellenwert bekommt. Und wie finanziert er die ganzen Projekte? Eine kreative Buchführung und viele Hilfsprogramme. Eine Fachkraft in der Verwaltung ist einzig und alleine damit beschäftigt, Gelder zu akquirieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fahren in eine Grundschule. Die Tür zum Lehrerzimmer muss aufgeschlossen werden. Auf den Tischen im Lehrerzimmer steht selbst gebackener Apfelkuchen. „Der ist gut, den müssen Sie essen, wir werden hier sonst immer dicker“, sagt Frau Busse und nimmt sich selbst gleich ein Stück. Frau Busse von der Schule ist seit 14 Jahren in dieser Schule. „Wir haben eine große Schule mit viel Platz und vielen Lehrern, wir sind gut ausgestattet“, sagt sie. Seit 28 Jahren ist die Schule eine Ganztagsschule, 50 Lehrer und 40 Erzieher unterrichten hier rund 555 Schüler. Als sie anfing, kamen 23 Prozent der Schüler aus Migrantenfamilien. Heute sind es 76,5 Prozent. Tendenz steigend. „Die Abstimmung für die Schulen wird in Berlin längst mit dem Möbelwagen gemacht“, sagt Busse. Sobald die Kinder im Schulalter sind, ziehen die Familien weg. „Die Eltern aus Migrantenfamilien sind sehr ehrgeizig, sie wählen sehr genau, wohin sie ihre Kinder auf die Schule schicken wollen“, sagt Busse.&lt;br /&gt;Neben den Migranten gibt es noch ein weiteres Problem: „Unsere Schule wird indoktriniert von der islamischen Föderation“, sagt Busse. Früher sei der Islam eine Religion wie jede andere gewesen. Heute habe sie zumeist ein Propagandamittel. „Für die Föderationsleute sind wir doch der letzte Dreck. Ich will aber als Frau nicht laut einer Werteordnung unter einem Tier stehen“, erregt sich Busse. Neulich sei eine Familie zur Anmeldung gekommen, und der Mann habe sich geweigert, ihr die Hand zu geben. „So etwas wäre früher nie passiert. Und wir können nichts dagegen unternehmen, weil wir nicht über die Religionslehrer bestimmen können“, sagt Busse.&lt;br /&gt;Wie man die Situation verbessern könnte? Die Lehrer für Islamunterricht sollten einem Kontrollgremium unterliegen, die Ausbildung professionalisiert werden. Und: „Deutschland muss die Zuheiratung verbieten. Denn mit den jungen türkischen oder arabischen Frauen, die nach Deutschland kommen, haben wir immer wieder eine erste Generation von Migranten. Da verändert sich nichts.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der stillen Genezarethkirche steht Pfarrerin Kruse. Sie spricht leise, mit weichen Bewegungen zeigt sie auf den Altar aus Glas, vor den sie sich gestellt hat. „Entschuldigen Sie die Bauarbeiten, unser interkulturelles Zentrum soll erst im Mai eröffnet werden“, erklärt sie und weist auf einen Flyer in ihrer Hand. Die Genezareth-Kirche ist die dritte Kirche in Berlin, die ein solch neues Nutzungskonzept erprobt – auch um die kargen Finanzen aufzubessern. In der Gemeinde leben 5000 Evangelische, am Sonntag kommen 30 Gottesdienstbesucher in die Kirche, an Projekten arbeiten rund 100 Haupt- und Ehrenamtliche. An die Kirche wurden zwei Riegel gebaut, die nun für neue Zwecke genutzt werden sollen. „Moment, damit ich es genau formuliere, lese ich mal vor, was sich die Gemeinde gedacht hat“, sagt die Pfarrerin und zieht einen Zettel aus der Hosentasche. „Das interkulturelle Zentrum ist ein Projekt der Gemeinde. Mit dem Cafe und den verschiedenen Veranstaltungsräumen wollen wir zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen, Anlässe für Begegnung mit anderen Religionen schaffen und ein Ort sein für Inspiration und Spiritualität“, liest sie vor.&lt;br /&gt;Dann führt sie uns in das Cafe mit kleiner Bühne und Gemälden an der Wand. Ganz überzeugt klingt sie selbst noch nicht, als sie von den möglichen „Nutzungsinteressen“ an Cafe und Veranstaltungsräumen spricht. Denn die Gruppen und Menschen, die sich melden, haben zwar großes Interesse, aber auch kein Geld.&lt;br /&gt;Was haben Cafe und Veranstaltungsräume mit dem christlichen Glauben zu tun? Die Pfarrerin blinzelt kurz, und erklärt dann umständlich, es gehe ja auch um Öffnung, um ein gegenseitiges Interesse. So habe kürzlich die evangelische Schule zu essen gekocht, während Mitglieder der Moschee in das Cafe gekommen seien zur Diskussion. „Allerdings müssen wir als Christen auch eine Abgrenzung schaffen. Wir müssen deutlich Position beziehen und auch die Grenzen aufweisen. Aber das kann ich doch erst tun, wenn ich die andere Seite kennen lerne, wenn ich mit den Menschen spreche. Und ich muss mir in diesem Gespräch deutlich werden, wo die Unterschiede sind zwischen Kultur, Religion und sozialem Raum“, sagt die Pfarrerin. Das sei auch der Grund, warum sie sich nun auch an einer islamisch-christlichen Gesprächsrunde beteiligen wolle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die letzte Station: Ein Gespräch mit der SPD-Politikerin und MdB Lale Akgün. Sie wirkt, als habe sie die Diskussion um Integration schon seit langem satt. „Ich bekomme täglich hunderte von Mails, und, ach, es ist doch so, dass die ernsthaften Probleme gar nicht mehr diskutiert werden, statt dessen regen sich die Menschen auf über die Einbürgerungs-DVD aus den Niederlanden mit einer barbusigen Dame und einem sich küssenden homosexuellen Paar“, sagt Akgün und schüttelt resigniert den Kopf. Nein, sie wolle jetzt nicht den Anschein erwecken, sie sehe durchaus auch ernsthafte Probleme, sagt sie dann und schwenkt um in einen dozierenden Politikerton. Aaaalso erstenszweitensdrittens und dann müssen wir auch noch bedenken dass....&lt;br /&gt;„Ursache für die Probleme ist doch eine seit Jahren verfehlte Bildungspolitik. Die soziale Herkunft ist entscheidend, es wird zu früh aussortiert an den Schulen, in Deutschland gibt es ein einzigartiges, elitäres System, wir müssen wieder zu mehr Chancengleichheit und Partizipation kommen“, sagt die Politikerin bestimmt. Verbesserungsvorschläge gäbe es genug. Eine verbindliche Vorschule für Kinder ab vier Jahre. Ganztagsschulen. Eine umlagefinanzierte Ausbildung für Jugendliche. Dann blickt sie auf ihr Handy, „ich habe noch einen Termin, ach wissen sie, ich muss jetzt gehen, aber so schlimm ist die Situation doch auch nicht, Probleme mit der Integration gab es doch schon vor 30 Jahren“, sagt sie und verschwindet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Integration verhält sich wie ein Gummiband: Je näher das Gummiband ist, wenn es schnalzt, desto schmerzhafter und direkter berührt es. Je weiter weg die Menschen sind, die das Gummiband halten, desto weniger können sie damit umgehen. Desto weniger zielsicher sind sie.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114470499369192640?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114470499369192640/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114470499369192640&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114470499369192640'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114470499369192640'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/04/integration.html' title='Integration'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114367121457359233</id><published>2006-03-30T00:06:00.000+02:00</published><updated>2006-03-30T00:26:54.586+02:00</updated><title type='text'>lucht</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0953.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0953.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;"zeg je: ik heb een goede tijd gehad of ik had een goede tijd?"&lt;br /&gt;"sorry darling, we are from canada."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;in ieder geval: dankje mr. o. en dankje trouw-redactie religie &amp;amp; filosofie.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114367121457359233?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114367121457359233/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114367121457359233&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114367121457359233'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114367121457359233'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/lucht.html' title='lucht'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114353537421377746</id><published>2006-03-27T22:36:00.000+02:00</published><updated>2006-03-30T00:33:55.846+02:00</updated><title type='text'>Welle</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0948.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0948.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0964.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0964.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gibt es eine Welle, die für sich allein ist im Meer?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0951.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0951.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0954.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0954.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0945.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0945.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0935.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0935.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0936.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0936.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0938.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0938.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114353537421377746?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114353537421377746/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114353537421377746&amp;isPopup=true' title='1 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114353537421377746'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114353537421377746'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/welle.html' title='Welle'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114350270467230659</id><published>2006-03-26T23:35:00.000+02:00</published><updated>2006-04-10T14:06:26.296+02:00</updated><title type='text'>Von Löwen und anderen Tieren</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0890.3.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0890.2.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Mein letzter Tag in der Redaktion. Es ist fünf Uhr nachmittags. Die Luft in den Redaktionsräumen zischt und girrt, fast hat man Mühe, durch den Raum zu laufen, so stark ist die Spannung in der Luft. Wenig später erscheint der hoch aufgewachsene Chefredakteur, leger gekleidet mit Hemd und Baumwollhose, sein Gesicht gezeichnet von vielen langen Nächten und harter Arbeit, aber auch von Lebensfreude und Humor. Er stellt sich in die Mitte des Raumes, eine Hand in der Tasche, die andere auf einem Papier mit einigen Notizen. Die sparsamen Bewegungen, der dunkle Blick, die ruhige Art signalisieren das überlegene, sichere, aber auch wachsame Gebaren eines routinierten Alphatiers. Kaum stellt er sich in die Mitte des Redaktionsraums, scharen sich die Kollegen um ihn herum, und es herrscht eine fast gespenstische Ruhe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In wenigen Sätzen erklärt der Chef mit seiner sonoren, souveränen Stimme die Lage der Zeitung: Die Anzeigenerlöse sind gesunken, die Zeitung macht defizit, es muss drastisch gespart werden. Ohne Umschweife nennt er genaue Zahlen. Soundsoviele Millionen müssen gespart werden, das bedeutet soundsoviele Arbeitsplätze und soundsoviele Stellen. Es gibt einen Sozialplan, wir hoffen, dass wir die entsprechenden Kündigungen mit dem Anreiz vermeiden können, aber wenn das nicht klappt, sind Kündigungen unvermeidlich. Wir werden am Montag ein paar allgemeine Informationen zur Situation in der Zeitung veröffentlichen, aber die Zahlen sind vertraulich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Redakteure, die auf den Tischen sitzen oder im Gang stehen, sind ruhig und gefasst, aber die Luft ist unerträglich gespannt, selbst die Telefone, die sonst ununterbrochen klingeln, geben Ruhe, als ob sie spürten, was sich gerade in den Redaktionsräumen abspielt. „Die Zeitung soll auf ein solides Standbein gestellt werden, es muss daher so viel gespart werden, dass wir auch dann noch einen Spielraum haben, wenn die Anzeigenerlöse weiter sinken. Unser oberstes Ziel ist es, die Qualität zu halten. Wir werden unser Profil weiter ausbauen müssen. Verschiedene Modelle dafür haben wir in den letzten Monaten schon diskutiert und mit euch besprochen“, führt der Chefredakteur fort. Dann klingelt sein Handy mit einem kindlichen Gedudel, alle lachen, aber das Lachen ist angespannt und nervös, während er souverän und unbekümmert das Display studiert und den Anruf unterdrückt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob es Fragen gibt, fragt der Chefredakteur. Erst nach einem längeren Schweigen kommen einzelne Detailfragen, wie ist das genau mit dem Sozialplan, und hat man diese und jene Möglichkeit schon geprüft, gibt es nicht eine andere Lösung, nein, erwidert der Chefredakteur wieder, wir haben alles geprüft, jetzt sind wir eben an diesem Punkt, wir halten Euch auf dem Laufenden. Dann nennt er weitere Zahlen, um seine Argument zu untermauern, beugt er sich kaum merklich nach hinten, wo unauffällig eine Kollegin steht und die Zahlen bestätigt. Er antwortet, als ob es nichts Leichteres gäbe, doch spürt man, dass jedes Wort mit Bedacht gewählt wird, dass es ihm ernst ist und ihm die Kollegen ein Anliegen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, ich glaube das genügt, sagt der Chefredakteur, und die knisternde Luft im Raum entweicht, als ob ein riesiger Staubsauger darüber hinweggefegt wäre. Übrig bleibt eine konfuse Stimmung. Es ist Borrelzeit, der Wein wird geöffnet, die Snacks, aber heute wird nicht gelacht, es wird diskutiert, die Kollegen werden angerufen und über die neueste Entwicklung informiert, die Gesichter sind nachdenklich und still.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Später kommt der Chefredakteur noch in unsere Ecke, um in dem dortigen Zeitungsarchiv ein paar Exemplare zu holen. Er schüttelt mir die Hand, hallo, ich bin X, wir haben uns noch nicht kennen gelernt. Ich bin Journalistin aus Deutschland, stelle ich mich vor, heute ist mein letzter Tag, oh, das tut mir leid, habe ich nicht mitbekommen, ich hoffe du hattest eine gute Zeit, sagt er, und ich sage, doch, ich habe viel gelernt, auch von der Situation eben, wir hatten bei uns vor kurzem eine ähnliche Situation. Er fragt nach Einzelheiten. Dann schüttelt er sich ein wenig und blickt in den großen Raum wie ein Löwe, der sein Rudel betrachtet, und sagt: „ Die große Gefahr die ich sehe, ist die Angst, die jetzt unter den Kollegen entstehen kann. Das ist nicht gut. Unser Team ist in Gefahr.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er nimmt noch ein paar Zeitungen in die Hand, und zum ersten Mal schwingt ein bitterer Ton in seiner Stimme, als er sagt: „Und ausgerechnet ich soll morgen einen Vortrag halten über den Erfolg von Zeitungen im Tabloid-Format.“ Dann grinst er, seine dunklen Augen flackern kurz zynisch, während er sich abwendet und aus dem Raum verschwindet, ebenso unauffällig, wie er gekommen ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114350270467230659?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114350270467230659/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114350270467230659&amp;isPopup=true' title='1 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114350270467230659'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114350270467230659'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/von-lwen-und-anderen-tieren.html' title='Von Löwen und anderen Tieren'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114315522935988734</id><published>2006-03-23T23:56:00.000+01:00</published><updated>2006-03-24T00:09:55.966+01:00</updated><title type='text'>Dazwischen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0815.0.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0815.0.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Hundemüde, durcheinander und doch völlig überdreht. Morgen ist mein letzter Tag in der Redaktion, und ich bin so nervös wie zu Beginn meiner Zeit in Amsterdam. Die Tage sind schneller vergangen als meine Gedanken ihnen haben folgen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun bemühe ich mich in den wenigen verbleibenden Stunden, die fransigen Fäden meiner hiesigen Anwesenheit zu sortieren, auseinanderzuzwirbeln und entweder zu kappen oder mit soliden Knoten zu versehen. Das bedeutet: Texte fertig schreiben und abschließen, etliche Ideen für Texte und Recherchethemen beerdigen oder notieren für ein ungewisses später, die Texte für die deutsche Redaktion bearbeiten, und in Gedanken schon meinen Abschlussbericht vorbereiten. Überlegen, was ich gerne noch mitnehmen möchte an Informationen aus der Redaktion, welche Internetseiten ich noch ansehen will, welche Links ich mir notieren muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reflektieren. Plötzlich registrieren, dass der Fahrradweg, an den ich mich gerade gewöhnt hatte, nun schon fast Vergangenheit ist, und an mir selbst beobachten, wie sich dadurch die Wahrnehmung verändert. Wie ich mich bemühe, das kleine Fleischergeschäft im Chinesischen Viertel, in dem morgens eine weiße Katze im Fenster sitzt, in meine Erinnerung einzubrennen. Wie ich die Bilder der kalten und klaren Morgensonne aufsauge, die Luft, die gerade beginnt, nach Frühling zu duften, das Gekreische der Möwen. Gleichwohl fühle ich mich dabei, als würde ich mich bereits in Zeitlupe von der Wirklichkeit dieses hiesigen Lebens entfernen in einen sanften Dämmerzustand gleiten wie kurz vor dem Tiefschlaf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorausschauen. Ebenso wie die Welt hier meinem sehnsüchtigen Griff nach Dauer entweicht, schieben sich vor mein inneres Auge schon die ersten Bilder und Situationen in der Münchner Heimat. Das schräge Licht, welches die Sonne auf meinen Schreibtisch in der Redaktion wirft. Die Holzskulpturen auf dem Regal, in die ich die neuen Kunstkataloge aus Amsterdam stellen will. Der spießige kleine Briefkasten zu meiner Wohnung, der mit einem runden Schlüssel aufgeschlossen werden muss, und nicht nur aus einer Klappe besteht, die ich hochheben kann. Mein Bett mein Wohnzimmer mein Schreibtisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazwischensein. Ein merkwürdiges Gefühl, ein wenig melancholisch, ein wenig unsicher, ein Ziehen in Kopf und Herz. Ich bin nicht mehr ganz hier und noch nicht wieder dort. Ich muss Abschied nehmen von den Menschen, denen ich hier begegnet bin, von denen ich bestenfalls einen flüchtigen Eindruck bekommen habe. Und ich muss an München denken und die Freunde dort, ich frage mich, wie es ihnen wohl geht, was sie mir erzählen werden, wenn wir im Biergarten sitzen oder an der Isar entlang spazieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abschied nehmen ist deshalb so schwer, weil wir nicht wissen, was erhalten bleibt. Weil wir uns gewahr sind, dass unser Geist uns trügt und wir die Bilder, an die wir uns gerne erinnern möchten, vielleicht gar nicht erhalten können. Dass vielleicht ganz andere, unwichtigere oder hässlichere Bilder in unserem Kopf hängen bleiben könnten. Abschied ist schwer, weil es bedeutet, einen Schlussstrich ziehen zu müssen. Weil es eine Entscheidung ist, auch wenn sie unfreiwillig geschieht. Weil es kein Zurück gibt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114315522935988734?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114315522935988734/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114315522935988734&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114315522935988734'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114315522935988734'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/dazwischen.html' title='Dazwischen'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114315468847589105</id><published>2006-03-22T23:40:00.000+01:00</published><updated>2006-03-24T00:08:01.910+01:00</updated><title type='text'>Spucke</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0843.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0843.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Sollte ich die niederländische Sprache mit drei Worten beschreiben (auch wenn das bei meinen jetzigen Sprachkenntnissen natürlich völlig vermessen ist), ich würde sie frech, unbekümmert und luftig nennen. Verschrobene deutsche Schachtelsätze gibt es nicht, sie werden aufgelöst in einfache, klare Sinneinheiten. Die einzelnen Sätze sind leicht verständlich und einfach aufgebaut. Wenn ein Sachverhalt kompliziert ist, werden mal eben ein paar Füllworte eingesetzt. Sie verlangsamen den Lesefluss und helfen somit beim Verständnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frech ist die Art, in der mit Fremdwörtern umgegangen wird. In einem Land, das Kinofilme und Fernsehserien ausschließlich mit Untertiteln kennt, werden diese einfach assimiliert. Entweder werden sie umschrieben und schon von den Autoren in ihrem Sinn gedeutet, oder der Terminus wird einfach in Kursivschrift gedruckt, in der Annahme, dass jeder den Begriff ohnehin kennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Besondere an der Sprache wird vor allem deutlich, wenn es um Meinungsäußerungen geht. Wenn man etwa ein Interview liest, realisiert man erst nach mehreren Absätzen, dass man gerade über eine radikale Meinung gestolpert ist. Viele Sätze kommen so leicht und flockig daher und lesen sich so geschmeidig, dass man gar nicht vermutet, dass sich dahinter vielleicht eine ungewöhnliche Anschauung verbirgt. Und dann geht es einem wie mit einem sehr trockenen Stück Brot: Man muss erst ordentlich Spucke im Mund ansammeln, um das Brot herunterschlucken zu können.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114315468847589105?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114315468847589105/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114315468847589105&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114315468847589105'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114315468847589105'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/spucke.html' title='Spucke'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114289217201876648</id><published>2006-03-20T22:53:00.000+01:00</published><updated>2006-03-23T00:06:13.026+01:00</updated><title type='text'>astronotes</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/bim.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/bim.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Spät abends, wenn der kalte Wind über das Wasser hinter dem Hauptbahnhof fegt und die feuchte Luft in die Stadt trägt, dann gibt es eigentlich nur einen Ort in Amsterdam: Das Bimhuis. Der Jazzclub steckt wie ein schwarzer Riegel in einem größeren, würfelförmige Muziekhuis. Seine Front spiegelt das Wasser wieder, während die Fassade des Würfels glitzernd dem Wind trotzt. Von der Strasse blickt man hinauf zum schwebenden dunklen Block, in ein Fenster, aus dem grünblaurotgelbes Diskolicht dringt, und wenn die Musiker spielen, sieht man zuckende Rücken und seltsam verzerrte Gesichter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drinnen aber, wenn man auf einem der weichen roten Sessel Platz genommen hat, die in einem Halbkreis um die hölzerne Bühne aufgestellt wurden, bekommt das Bimhuis magische Kräfte. Das weiche, warme Licht zeichnet die feinen Gesichter wie Skulpturen und ermöglicht einen Blick auf jede Falte wie durch ein Vergrößerungsglas. Da quietscht und presst David Murray auf seinem Tenorsaxofon schräge Töne, dass die Ohren klingeln, während seine Begleiter sanft und easy grooven und ein zufriedenes Lächeln auf ihre dunklen Gesichter spiegeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da prustet und improvisiert die Formation „the astronotes“ mit zehn höchst verschiedenen und verschrobenen Musiker, die ihre Tubas, Trompeten, Saxofone oder Percussioninstrumente gleichsam wie ein Küchenutensil, ein Spielzeug und ein Kultgegenstand bearbeiten. Teamleiter Joost Buis scharrt mit einer stereotypen Bewegung mit seinem Fuß über die Holzdielen, krümmt dann seinen ohnehin runden Rücken und beginnt mit einer bogenförmigen Bewegung, in seine Tuba zu pusten. Zwei oder drei weitere Bläser gurgeln bunte Musikhappen in die Luft, der Gitarrist schrubbt altsechzigermässig auf seinen Saiten herum, während hinter ein Percussionist mit den Fingernägeln über seine Trommel schabt, mit den Lippen schmatzende Geräusche auf dem Becken erzeugt oder mit seinem Stick über die Fensterscheiben des Raumes quietscht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0835.0.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0835.0.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Und da steht Bennie Wallace in seinem feinen grauen Zwirn, einem frisch gebügelten weißen Hemd mit schimmernden Manschettenknöpfen, und er sagt, I just wanted to take a breath and say how much we appreciate this place. We loved to play in the old Bimhuis. But this new place is just magnificent. Dann schlägt sein Fuß in schwarzen Slippern leise den Takt, während er rotgesichtig in sein Saxofon bläst, so schnell, als müsse er den eigenen Tönen hinterher rennen, seine Hände beben auf den Tasten, als hätten sie Mühe, der rasenden Energie im Körper zu folgen. Dann gurrt er wieder eine sanfte Melodie in das Mundstück, während der Vibrafonist Steve Nelson durch seine riesige Brille glotzt und behende über die Tasten wirbelt, und sich der junge Bassist und der schwitzende Schlagzeuger mit Augenzwinkern, kleinen Gesten und Tönen ein heimliches Duell liefern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Bimhuis vereint auf wunderbare Weise ein wohliges Wohnzimmergefühl mit eloquenter Musik, es gibt dem verschrobenen und mackenhaften Individuum seinen Raum zurück, es erobert das Ohr im Sturm und erfüllt den Körper. Es nimmt die Zuhörer liebevoll und vorsichtig an die Hand und führt sie in unbekannte Länder, es reißt sie aus dem Alltag und lässt sie zugleich ganz bei sich sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann, wenn die Musik im Kopf zu einem Klangteppich verschmilzt, zieht die Musik uns wie ein Lichtstrahl durch das dunkle Fenster, hinaus auf die Brücke, über die langsam ein gelber Doppeldeckerzug und eine Straßenbahn rollen, zu den Fahrradfahrern, die mühsam durch das Brausen strampeln, zum grüngesichtigen walförmigen Nemo-Museum und den erleuchteten Fenstern in der Ferne, die mit den Sternen um die Wette funkeln. Und dann ist das Bimhuis ein ferner Planet in einem fremden Universum, und wir fliegen -&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Foto oben: Flickr, StewieDuwie)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114289217201876648?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114289217201876648/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114289217201876648&amp;isPopup=true' title='1 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114289217201876648'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114289217201876648'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/astronotes.html' title='astronotes'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114267702966896271</id><published>2006-03-18T11:16:00.000+01:00</published><updated>2006-03-20T23:15:27.153+01:00</updated><title type='text'>Integration</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0793.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0793.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Wir (die deutschen Journalisten) verbringen einen Tag in Den Haag. Nachdem wir durch die dicken Drehtüren des Außenministeriums gegangen sind, unsere Taschen durch den Scanner geschickt und die piepsende Tür überwunden haben, zücke ich meinen Fotoapparat, weil ich die Bunkeroptik der 80er Jahre festhalten will. Fotografieren verboten! weist mich ein Mann in Uniform an, ich müsse sofort das Bild löschen, aber er geht, ohne hinzuschauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir werden von der Pressedame, die uns routiniert-freundlich begleitet, mit Besucherausweisen ausgestattet und in einen der zahlreichen düsteren und Konferenzräume mit künstlichen Strahlern geführt. Es gibt Kaffe und Tee, dann werden uns Mitarbeiter des Ministeriums vorgestellt. Es spricht der Marketingchef mit blauem Anzug und Gel im Haar, ein älterer Herr mit rotem Gesicht und zitternden, nervös über den Aktendeckel fahrenden Händen, ein Mann mittleren Alters mit kariertem Hemd und tropfenförmiger Brille, und eine große burschikose Frau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir werden gefragt, was wir für Eindrücke von Holland haben und erzählen von den Veränderungen, die unseres Erachtens in den letzten Jahren stattgefunden haben. Das offene und tolerante Land ist verschwunden. Die Türen, die einst weit offen standen, wurden abrupt und brutal geschlossen, unter anderem mit dem Einbürgerungstest. Und für die Integration der Ausländer, die hier schon viele Jahre leben, wird nicht genug getan, meinen wir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, nein, so kann man das nicht sehen, beschwichtigen die Politiker. „Sicherlich denken manche Menschen in den Niederlande, dass das Boot voll ist. Aber das ist auch verständlich, schließlich gibt es eine höhere Bevölkerungsdichte, und der Ausländeranteil ist sehr hoch. Aber der Einwanderungstest ist doch nichts weiter als eine extreme Form von Integration und Immigration...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manche Kritik ist berechtigt, sagt die resolute Frau. „Wir sind schlecht darin, Arbeit zu schaffen für Minderheiten. Und wir sind schlecht im Schulwesen, viel zu viele Jugendliche Ausländer verlassen die Schule ohne Abschluss und haben eine schlechte Ausbildung. Durch diese Benachteiligung empfinden sich viele Ausländer als Außenseiter.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Mann im Karohemd erklärt die derzeitige Situation mit der historischen Entwicklung des Landes. Es sei Tradition, dass sich Minderheiten emanzipieren. So habe auch das System der Versäulung in der Gesellschaft funktioniert. Nun aber merke die Gesellschaft, dass diese Art von Emanzipation bei den Ausländern nicht funktioniere und unbefriedigend sei. „Wir müssen lernen, wie wir sagen, was wir wollen, ohne dabei intolerant zu werden. Kritik zu äußern und trotz allem Integration zu fördern“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir werden in den nächsten Konferenzraum mit festlich gedecktem Tisch, freundliche kleine Ober huschen mit Wein und Saft herbei. Die Pressedame und unsere Organisatorin hecken eine Tischordnung aus, wer sitzt neben dem Hausherrn, wer neben unserem Cheforganisator, es tröpfeln noch weitere Beamte durch die kleine Tür und schütteln jedem die Hand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Drei-Gänge-Menü wird Konversation geführt, der Hausherr betont, wie toll das Austausch-Programm ist und merkt an, dass dies ein prima einfacher Weg der Imageverbesserung sei. Unser Organisator pflichtet diesem natürlich bei, derweil wir unseren Missmut über diese Äußerung schnell mit einer Kartoffelkrokette nach unten stopfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Essen steht die Zweite Kammer auf dem Programm, eine Stunde Diskussion mit einem Pim-Fortuyn-Parteimitglied. Ist das ein schwieriges Erbe, für diese Partei zu arbeiten, frage ich.  Nein, nein, meint die Dame, doch dann spricht sie fast eine halbe Stunde nur über den Politiker, was er getan und gesagt und gefunden und gemeint hat. Pim habe Probleme gut umschrieben, er sei endlich ein Politiker und Publizist gewesen, der nicht political correct gewesen sei, sondern ehrlich und offen gesagt habe, was er denke. Dies sei der Verdienst des Politikers. Allerdings, so räumt sie ein, müsse das Parteiprogramm nun überdacht werden, es müsse geprüft werden, wohin die Reise geht. „Wir wollen aber hart, deutlich und sehr ehrlich bleiben“, meint die Frau. Was ihr persönlich Probleme bereitet? Die Zweifel an ihrer Integrität, weil sie in dieser Partei arbeitet. Die meisten würden nur Fragen stellen wollen und seien gar nicht an einer Antwort interessiert. Aber viele „erleben mich dann doch als ganz nette Frau“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0800.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0800.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Noch eine Stunde, wir werden durch das Gebäude geführt, im Aktenzimmer werde ich ermahnt, Sie, das Fotografieren in diesem Raum ist verboten, aber der Aufseher hat genau gesehen, wie ich mein Fotoapparat herausgeholt habe und mich erst nach meinem ersten Foto ermahnt, aber das Spiel kenne ich ja jetzt schon, ich schalte den Apparat aus und freue mich über mein Souvenir. Der Blick in den Konferenzraum ist ernüchternd, in dem Saal sitzen einsame vier Politiker und diskutieren über ein Thema, das offensichtlich mindestens auf Rang 20 steht. Wir verabschieden uns von unserem Begleiter und treten durch die Drehtür in die feuchte Kälte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114267702966896271?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114267702966896271/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114267702966896271&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114267702966896271'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114267702966896271'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/integration.html' title='Integration'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114244872487664771</id><published>2006-03-15T19:50:00.000+01:00</published><updated>2006-03-15T19:52:29.703+01:00</updated><title type='text'>schwiederländern 2</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/16blog.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/16blog.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Ja, ich weiß. Ich habe viele Dinge nicht erzählt, die mir hier widerfahren. Aber es ist ganz einfach so: Den ersten Monat habe ich damit verbracht, mich überhaupt zurechtzufinden. Und jetzt, wo das Leben und die Arbeit hier spannend werden, muss ich mich schon wieder verabschieden. Von der täglichen Fahrt mit meinem Fahrrad zur Arbeit, durch das verschlafene Chinatown, in dem abends die Männer noch etwas essen, bevor sie in das Rotlichtviertel spazieren. Von meinem wechselnden Arbeitsplatz mit Blick auf diesen riesigen Raum mit den vielen vielen Menschen, die alle wie kleine Ameisen an ihren Texten schreiben oder recherchieren oder Mails verstuuren. Von den eruptiven Ausführungen von O., wenn er mit einem Kollegen scherzt oder mit einem unliebsamen Trouw-Leser diskutiert. Von den anderen Kollegen aus dem Ressort, die dann und wann von ihrem voll gepackten Tisch aufblicken, um „gaan wij even eten?“ zu fragen oder sich einen Kaffee oder Tee holen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schwimmen, ja, ich schwimme. Was das bedeutet? Ich fahre gestern nach Leiden, um ein Interview mit dem Chef von Exodus zu machen, einer Einrichtung, die ehemaligen Strafgefangenen bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft hilft. Ich öffne die Glastür des 60er-Jahre Gebäudes und werde von einer jungen Frau empfangen, weiter hinten begrüßt mich einer Mann im Anzug, er würgt sich gerade noch ein labbriges Sandwich in den Mund, dann kommt er auf mich zu, quasselt mich voll und ich verstehe nichts. Der Unterschied: Jetzt erzähle ich radebrechend-selbstbewusst auf Niederländisch, dass ich nicht gut Niederländisch spreche, aber viel verstehe. Und: Dat klopt. Dann führt mich der freundliche Herr in sein Zimmer, bietet mit einen typischen Filterkaffee mit Milchpulver an, und ich stelle meine Fragen in Niederdeutsch-Kauderwelsch. Es funktioniert,  er antwortet ausschließlich Niederländisch, und ich schreibe mit, Deutschniederdisch. Als ich aus dem Interview komme, wird mir beinahe schwarz vor Augen vor Anstrengung, aber es hat funktioniert!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ok. Es gibt auch weniger schöne Dinge. Die feuchte Eiseskälte, die täglich durch die Mäntel und Hosen und Handschuhe und Fensterritzen kriecht. Die voll gestopften Züge, wenn man als Pendler oder wie ich als Sprachschülerin abends um halb sechs Richtung Hilversum fährt. Den ununterbrochenen Lärmpegel, der auch am Sonntag nicht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/14blog.1.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/14blog.0.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Tja, und nun soll ich mich verabschieden. Ich kann die Tage zählen. Es sind noch genau zwölf. Ich finde, man sollte erst von einem Stipendium gehen dürfen, wenn man die Sprache so spricht, dass man sie auch noch in einem Jahr wird sprechen können. Ich bleibe einfach noch einen Monat hier, ja?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114244872487664771?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114244872487664771/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114244872487664771&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114244872487664771'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114244872487664771'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/schwiederlndern-2.html' title='schwiederländern 2'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114227859275760645</id><published>2006-03-13T20:35:00.000+01:00</published><updated>2006-03-13T20:36:32.770+01:00</updated><title type='text'>Schwiederländern</title><content type='html'>Ich schwimme Niederländisch. Nicht sicher, nicht elegant, aber ich versinke nicht mehr. Ich schwimme in sicherer Entfernung am Ufer entlang, strample wie ein Hund mit Armen und Beinen, um nicht von einer Welle weggespült zu werden. Gelegentlich bekomme ich einen kalten und bitteren Schub Salzwasser in den Mund, aber die Hustenanfälle und der Würgereiz, die ich früher hatte wenn ich mehrere Minuten unter Wasser war, sind zu einem dunklen Schatten der Erinnerung auf der Netzhaut geworden, gleichsam einem Albtraum, vor dem man sich selbst im wachen Zustand fürchtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich ist das Wasser noch kalt und unangenehm. Nach wenigen Minuten frieren mir die Füße, und wenn ich mit klammen Händen versuche, das Wörterbuch zu nutzen, an dem ich mich wie an einer Boje krampfhaft festhalte, drohe ich sofort zu sinken, weil ich nicht mehr genug Schwimmkörper habe. Manchmal erschrecke ich, weil eine Wasserpflanze sich um meinen Knöchel gewunden hat oder ich an ein Stück Treibholz stoße. Manchmal fürchte ich mich, weil ich mich zu weit vom Ufer entfernt habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich aber früh morgens, wenn ich ausgeschlafen habe, gleich zum Meer laufe, glitzert das Wasser im Sonnenschein, und die windigen Wellen kräuseln sich am Ufer. Dann wate ich vorsichtig so tief ins Wasser, bis ich gerade noch stehen kann. Ich tauche mit den Händen ins Wasser, benetze meinen Kopf, hole tief Luft und schwimme. Bewege mich. Atme.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114227859275760645?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114227859275760645/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114227859275760645&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114227859275760645'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114227859275760645'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/schwiederlndern.html' title='Schwiederländern'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114219728035332673</id><published>2006-03-12T21:55:00.000+01:00</published><updated>2006-03-12T22:46:35.026+01:00</updated><title type='text'>buchstabensalat</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/04blog.6.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/320/04blog.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/02blog.2.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/02blog.1.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/1blog.4.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/1blog.5.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/03blog.2.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/03blog.2.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114219728035332673?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114219728035332673/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114219728035332673&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114219728035332673'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114219728035332673'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/buchstabensalat.html' title='buchstabensalat'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114193395314293491</id><published>2006-03-09T20:44:00.000+01:00</published><updated>2006-03-12T20:37:40.516+01:00</updated><title type='text'>Konfetti</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0633.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0633.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Stadt schrumpft. Gleichzeitig wird mein Bild des Landes facettenreicher. Die Eindrücke kleben auf meiner inneren Leinwand wie bunte Ölfarben, mal bilden sie einen homogenen, glatten Film, dann erhebt sich wieder ein grüner oder ein blauer Farbton und bildet eine Miniaturlandschaft. Es gibt bunt gesprenkelte Flächen und graubraune Leinwände.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bunter geworden ist natürlich die Esskultur. Ich habe mich durch sämtliche Flan-Varianten gefressen und die dicke, zähe Schokoladenmasse zu meinem persönlichen Lieblingsnachtisch gekürt. Ich habe Gabeln in feinen Fisch gesteckt und mit Stäbchen in chinesischen Reistöpfen gestochert, edel bis bizarre vietnamesische, indonesische und tibetanische Gerichte gekostet. Mit Genuss mampfe ich dicke, fettige flämische Pommes mit Erdnuss-Sauce oder Bolletjes. Und natürlich gab es dazu Biertjes oder Wein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grauer wird die Erscheinung der Menschen. Die rosa Ringelstrumpfhose zu den Cowboystiefeln mit Jeansrock erstaunt mich nicht mehr. Stattdessen beobachte ich, wie ich langsam die Etikette des Stylings durchschaue und damit die gesellschaftlichen Facetten deutlicher werden. Denn natürlich gibt es auch hier Zeichen für Macht, für ein bestimmtes Alter, für eine bestimmte soziale Schicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bunt gesprenkelt ist die Art und Weise wie die Menschen miteinander umgehen. Ich treffe eine Bekannte, die seit über zehn Jahren in Amsterdam wohnt. Sie findet die Niederländer  einerseits sehr offen gegenüber anderen Menschen, hilfreich und unbürokratisch. Andererseits lassen sie aber auch niemand so richtig an sich ran, es dauert Jahre, bis man einen Niederländer als Freund gewinnen kann. Ein wenig kann ich das nachempfinden: Von meinen Arbeitskollegen weiß ich mehr als von den meisten meiner Kollegen in Deutschland. Und trotzdem gibt es so etwas wie eine unsichtbare Grenze, die deutlich zwischen Arbeits- und Privatleben unterscheidet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bunte Einsprengsel sind die vielen Männer, die so selbstverständlich Zeit mit ihren Kindern verbringen. Ein Mann mit einem Kinderwagen und einem weiteren Kind an der Hand gehört hier zum Alltag. Und die Art und Weise, wie Väter und Kinder miteinander sprechen macht deutlich, wie vertraut sie sich sind. Grund dafür ist wohl die Tatsache, dass hier viele Menschen nur Teilzeit arbeiten. Farbenfrohe Flecken  auf meiner Leinwand  hinterlassen auch die Frauen, die selbst mit Kleidergröße 46 Miniröcke tragen oder mit Ende 50 in jugendlich-frechen Hosen und Röcken durch die Stadt laufen.&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/blog23.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/blog23.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konfetti auf dem Gemälde sind und bleiben natürlich die  Geschichten des Alltags - mit meinen ersten unbeholfenen Versuchen, in der Redaktion nun ausschließlich Niederländisch zu sprechen. Ein Kollege schaut zu, wie O.  einen Text von mir übersetzt und sagt grinsend, ich solle nicht diesem nicht mein ganzes Zutrauen schenken. Ich will erwidern, dass ich ihm ohnehin blind vertrauen muss, und sage „Ik moet hem trouwen“. Der Kollege und O. grinsen breit und verkneifen sich ein Lachen. „Naja, heiraten musst du ihn nicht gleich. VER-trauen würde schon reichen“, erklärt der Kollege. Ich: Konfettirot.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114193395314293491?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114193395314293491/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114193395314293491&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114193395314293491'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114193395314293491'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/konfetti.html' title='Konfetti'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114151198221850365</id><published>2006-03-04T23:38:00.000+01:00</published><updated>2006-03-04T23:55:29.716+01:00</updated><title type='text'>Felix und Henk</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/23blog3.0.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/23blog3.0.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Ich fahre mit O. zu einer Diskussionsrunde im muslimischen Gemeindezentrum im Westen der Stadt. Fast 200 Menschen wollen mit Lokalpolitikern über Integration, Demokratie und Gemeindepolitik diskutieren. Am Eingang des großen Saales, der als Moschee genutzt wird und mit einem hellblauen Teppichboden ausgelegt ist, werden Namensschilder ausgeteilt, auf einem Tisch stehen türkischer Kaffee, Tee und Baklava. Zwei junge Männer schleppen ein riesiges Modell der neuen Moschee, die in unmittelbarer Nähe entstehen soll, heran, und stellen es auf einen Tisch, unweit des Stehtisches mit Mikrofon, an den sich Moderator Felix Rottenberg und der Lokalpolitiker Henk van Waveren stellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der rundgesichtige Moderator will das Publikum packen. Eloquent und selbstsicher steigt er in die Diskussion mit dem Lokalpolitiker ein. Er dirigiert, stellt fragen, unterbricht, ereifert sich. Interessiert Euch das auch, fragt er das Publikum und hebt dabei die Arme wie ein Zirkusdirektor. Wer sagt etwas dazu? Du da hinten? Steh auf, damit dich alle sehen können. Sag deinen Namen. Nein, ich will keine Geschichte hören, sag deine Meinung. Mach schnell, hopp! Ruft er und freut sich sichtlich darüber, die Menschen damit aus dem Konzept zu bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt kommt der Moderator richtig in Fahrt, er piekst und stachelt und mäkelt an dem Politiker herum, der gutmütig und bereitwillig das Spiel mitspielt. Der PVDA-Stadtteilsvorsitzende Henk van Waveren zeigt sich gefühlig, sensibel und gewinnt mit dieser Art langsam das Publikum. „Ich war sehr rassistisch früher“, erzählt er, „aber ich habe mich verändert“. Anfang der 1990er Jahre habe er die Stadt als sehr entspannt erlebt, Menschen tolerant und offen. Der Tod von Fortuyn und van Gogh habe die Situation aber völlig verändert. Und nun, nach einem Schockzustand, bei dem die Wand zwischen den Menschen zum Vorschein gekommen sei, nun sei man endlich an dem Punkt, wo wieder diskutiert werde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/23blog.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/23blog.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Auf den Zetteln, die auf den Stühlen liegen, stehen zwar noch andere Diskussionsteilnehmer, doch sie sitzen im Publikum und reagieren eigentlich nur, wenn der Moderator sie direkt anspricht. Ein allgemeines Podium gibt es nicht. Die Art und Weise, wie sich die Menschen vor den Mikrofonen, die ihnen vor den Mund gehalten werden, präsentieren und wie sie ihre Anliegen mitteilen, erinnert mich an eine christliche Erweckungsveranstaltung im Fernsehen – so nach dem Motto „Wir haben uns alle lieb, wir reden doch miteinander“. Und dann geht man aus dem Gebäude und ignoriert sich...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist der Unterschied zur Justizministerin Maria Verdonk, die deutliche Worte spricht, aber vor allem Demagogin ist? „Ich suche mehr das Gespräch. Ich bin pragmatischer, und ich lasse immer eine Hintertür offen. Und ich gebe Vertrauen“, sagt van Waveren. Ein Milli-Görus-Mann, der die ganze Zeit ruhig in der ersten Reihe saß und aufgrund seines rosa Hemdes und seines Nadelstreifenanzugs auffällt, bestätigt diese Haltung: „Wer Vertrauen öffentlich verkündet, muss das auch meinen. Sonst verliert er seine Glaubwürdigkeit“. Er selbst habe den Politikern immer wieder gesagt: „Schreibe auf, wovor du Angst hast und was du nicht möchtest, und ich garantiere dir, dass es nicht passiert.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plötzlich ertönt aus den Lautsprechern im Saal die eiernde Stimme eines Imams. Zeit für das Gebet. Die Menschen im Saal lachen, selbst der Milli-Görus-Mann schmunzelt und winkt dem Moderator zu, er solle ruhig weiter machen. Der Moderator redet weiter, merkt, dass ihm nicht mehr die volle Aufmerksamkeit zuteil ist, und bricht die Diskussion ab, sichtlich in seiner Eitelkeit getroffen. Es ist Zeit für eine Pause, sagt er und beendet die Runde.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/23blog2.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/23blog2.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Viel herausgekommen ist bei der Diskussion nicht: Wir müssen miteinander reden. Wir dürfen keine vorschnellen Urteile bilden. Wir müssen deutlich unsere Meinung sagen und die Meinung der Anderen respektieren. Ach nee. Und warum wird dann permanent über Toleranz, Demokratie, Integration diskutiert? Eine Klezmer-Musikband stellt sich vor das Mikrofon und spielt traurig-fröhliche Musik. Zeit für einen Tee.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114151198221850365?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114151198221850365/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114151198221850365&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114151198221850365'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114151198221850365'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/03/felix-und-henk.html' title='Felix und Henk'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114116496400027736</id><published>2006-02-28T23:11:00.000+01:00</published><updated>2006-02-28T23:16:04.013+01:00</updated><title type='text'>Schrumpfen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0532.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0532.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Der Raum schrumpft. Eine Sprache zu lernen ist wie eine Kindheit im Zeitraffer durchleben. Erst suchen wir krampfhaft nach einem Halt, um uns aufzurichten und vom Boden zu erheben. Mit einem breiten Grinsen grapschen wir nach jedem Finger, der uns entgegengestreckt wird. Wir lallen ein paar Worte und freuen uns über jedes Lächeln – nicht ahnend, dass unser Gegenüber uns nicht verstanden hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenig später torkeln wir unsicheren Schrittes vom Stuhl zum Tisch, vom Tisch wieder zurück zum Stuhl und weiter zum Sofa, auf das wir uns erschöpft fallenlassen. Die Augen sehen besser in die Ferne als unsere Füße uns tragen können, also bleiben wir auf dem Sofa sitzen und blicken dummdreist in die Runde. Glücklicherweise ist die Neugierde auf die nächste Tür größer als die Angst, deshalb eiern wir bald wieder zum Stuhl, zum Tisch und dann in den nächsten Raum. Dabei nehmen wir jeden Gegenstand in die Hand, benennen ihn in Gedanken und freuen uns, wenn wir das Gefühl haben, den richtigen Begriff dafür gefunden zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen befinde ich mich in dem Stadium eines Kleinkindes, das Laufen gelernt hat. Ich kenne jeden Raum in der Wohnung und schaue mir Möbel und Bücher, Menschen und Gegenstände an. Ich kann auf Dinge deuten und sie benennen. Ich betrachte neugierig den Inhalt der Schubladen, die ich nun mit eigener Kraft aufstemme, und wühle in den Regalen herum. Ich formuliere Laute, auf die die Menschen mit einem vollständigen Satz reagieren. Und ich verstehe die Antwort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider bin ich noch zu klein, um die schönen bunten Bücher zwei Regale höher greifen zu können. Um die Tür aufzuschließen, die in das Treppenhaus und auf die Straße führt. Und um die Gespräche der Erwachsenen zu verstehen. Zwar kann ich an den blinzelnden Augen und den roten Köpfen erkennen, dass es um Beziehungen oder Sex oder Tratsch geht – nur leider entgeht mir die Pointe.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114116496400027736?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114116496400027736/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114116496400027736&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114116496400027736'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114116496400027736'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/schrumpfen.html' title='Schrumpfen'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114107299677602336</id><published>2006-02-27T21:35:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T21:54:53.236+01:00</updated><title type='text'>nocomment 2</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0561.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0561.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0559.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0559.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;...........oben...................................unten...............................&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0552.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0552.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0554.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0554.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;..............weit..................................fern................................&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0549.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0549.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0557.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0557.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;....................fest............................luftig...............................&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0548.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0548.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0538.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0538.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;..................draussen....................drinnen........................&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114107299677602336?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114107299677602336/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114107299677602336&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114107299677602336'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114107299677602336'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/nocomment-2.html' title='nocomment 2'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114106980353106116</id><published>2006-02-26T20:48:00.000+01:00</published><updated>2006-03-09T11:35:04.083+01:00</updated><title type='text'>Amstermenschen</title><content type='html'>Sonntags auf der Fußgängerzone. Der richtige Amstermann kleidet sich im Schrabbel-Look. Eine luschige Jeans mit Beulen und Schrammen, die locker auf dem Gesäß hängt, auf dem Oberkörper ein hellgrünes, blaues oder rosa Hemd im Knitterlook, ein Kapuzensweatshirt in einem ausgewaschenen grauschwarz und darüber noch ein Kordsakko. Turnschuhe, ein dicker gehäkelter Schal, eine militärgrüne CheGuevara-Kappe und stylische Turnschuhe. Halblange Haare, nachlässig mit der Hand nach hinten geschoben, kleine Koteletten oder einen unrasierten Dreitagebart. Augenringe sind sexy. Und dann, die Zigarette im Mund, pfeifend auf dem Fahrrad vorbeiradeln, nicht ohne einen stolzen und interessierten Blick auf die Frauen zu werfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Amsterfrau kämpft mit H(aben) &amp;amp; M(ehrhaben). Devise 1: Alles geht. Jeansminirock auf rosa Strumpfhose mit Turnschuhen und 80er Jahre Ringelhemd. Weite, bauschige Indienröcke mit Cowboystiefeln und mindestens vier Lagen bunte Hemdchen – einen roten BH, ein grünes Spitzenunterhemd, ein lila T-Shirt mit Gigaausschnitt, darüber ein gelbes transparentes Blüschen mit rosa Rüschen. Devise 2: Schmuck wie ein Tannenbaum. Um die Handgelenke klingeln fünf bis sechs Armreifen, über dem gepiercten Nabel baumelt eine hellblaue Glaskette, um den Hals klebt ein Lederband mit falschem Gorillazahn sowie kleine Glasperlenketten, und von den Ohren baumeln riesige bunte Ohrringe. Devise 3: Die Haltung. Den Kopf nicht zu stolz erheben. Die schwarz geschminkten Augen unter einem Pony und Haaren mit Seitenscheitel verstecken. Und um den Hals ein gehäkeltes Blumenungetüm schlingen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114106980353106116?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114106980353106116/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114106980353106116&amp;isPopup=true' title='1 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114106980353106116'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114106980353106116'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/amstermenschen.html' title='Amstermenschen'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114107250539233114</id><published>2006-02-25T21:25:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T21:58:19.506+01:00</updated><title type='text'>nocomment 1</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0529.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0529.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0525.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0525.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;.... die arbeiterfrau................arbeitermann...........................&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0528.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0528.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0533.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0533.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;......westerstraat......................gracht....................&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0517.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0517.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0524.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0524.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;.........wasser................................land........................................&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0520.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0520.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0516.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0516.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;..................leben........................tod........................&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0514.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0514.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0523.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0523.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;................fahren........................stehen............................&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114107250539233114?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114107250539233114/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114107250539233114&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114107250539233114'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114107250539233114'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/nocomment-1.html' title='nocomment 1'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114073108647051536</id><published>2006-02-23T21:43:00.000+01:00</published><updated>2006-03-01T15:35:39.686+01:00</updated><title type='text'>Der Navigator</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/22log2.jpg"&gt;&lt;img style="FLOAT: right; MARGIN: 0pt 0pt 10px 10px; CURSOR: pointer" alt="" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/320/22log2.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="FONT-WEIGHT: bold"&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Trouw fährt durch die niederländische Medienlandschaft wie ein mächtiger Windjammer. Stolz flattern die schweren, eierschalenfarbenen Segeln im Wind, während der Bug stetig durch die Wassermassen stampft. Die „Treue“ zeigt ihre Geschichte, die als illegale Zeitung während der deutschen Besatzung begann, mit Stolz: Die Gallionsfigur ist eine alte Druckerwalze im Eingangsbereich, mit der die ersten Ausgaben der Zeitung in Kriegszeiten per Hand vervielfältigt wurden. An der Wand hängen Urkunden („die beste europäische Zeitung“) und besonders gelungene aktuelle Ausgaben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An Deck herrscht auf den ersten Blick wildes Getümmel und Chaos: Auf den Tischen stehen unzählige Computer und Kabel, die Arbeitsflächen bedecken Bücherstapel und Papierberge. Auf den knarzenden Holzdielen liegt ein Teppichboden, ausgefranst und speckig von vielen Schuhsohlen. Der erste Blick allerdings ist trügerisch: Nach zwei Wochen auf hoher See wird deutlich, dass jeder Gegenstand seinen Sinn und seine Bestimmung hat. Und dass selbst bei Sturm und hoher See, Gewittern und Böen, Nebel und Flaute der Windjammer segeln muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie jedes ehrwürdige Schiff muss auch die &lt;a href="http://www.trouw.nl"&gt;&lt;target="_blank"&gt;Trouw&lt;/TARGET="_BLANK"&gt;&lt;/a&gt; regelmäßig zur Werft. Dann wird jede Luke untersucht, das Deck gestrichen, die Maschine geölt. Zuletzt hat sich die Redaktion für eine gründliche Modernisierung entschieden: Seitdem erscheint die Zeitung im Allwetter-resistenten Tabloid-Format. Auf rund 20 Seiten bekommen die Leser eine kleine, feine Auswahl aus dem Nachrichtendschungel der Welt. Der Trick: Es ist genug Information und Material für das Geld, aber auch nicht zuviel – denn dann wäre der Euro für den sparsamen Niederländer schließlich schlecht investiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Schatz der Trouw ist sein Laderaum, die „Verdieping“. In dem Dossier, das in die Mitte der Zeitung eingeheftet wird, gibt es solide Hintergrundinformationen und Gesellschaftsanalysen, Religion und Philosophie, mehrseitige Reportagen, Porträts, bunte Geschichten. Die Zeitung trifft damit in eine Informationslücke: Sie bietet das Hintergrundwissen, das Fernsehen und andere Tageszeitungen nicht haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Besondere an der Trouw ist die Besatzung: Eine Mischung aus Handwerkern, soliden Arbeitern, Kreativen und Spinnern, allesamt mit Selbstbewusstsein, Persönlichkeit und einer guten Portion Gemeinschaftsgefühl. Organisiert wird die Mannschaft mit Hilfe eines ausgeklügelten Systems aus ungeschriebenen Verhaltensregeln, Vorschriften und moderner Technik.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/23log1.jpg"&gt;&lt;img style="FLOAT: left; MARGIN: 0pt 10px 10px 0pt; CURSOR: pointer" alt="" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/23log1.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Nachrichten-Auswahl ist signifikant verschieden von anderen Zeitungen. Zwar geht es auch um tagesaktuelle Informationen, aber der Schwerpunkt der Zeitung liegt auf „Rand“-Themen. Was in allen anderen Zeitungen und im Fernsehen schon gesendet wurde, ist für Trouw irrelevant. Dafür aber etwa steht eine Geschichte zum Olympia-Sieg auf der Titelseite, oder der neue türkische Film, der in Deutschland für Furore sorgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Trouw geht mit dem Leser auf Kurs, sie ist zugleich Berater und Freund: Interviews werden nicht wörtlich, sondern protokollarisch wiedergegeben, kurze Meldungen mit persönlichen Anekdoten gespickt, längere Geschichten mit Informationskästchen angereichert. Lange Zitate mit vier oder fünf Sätzen geben möglichst präzise die Persönlichkeit, die Meinung des Befragten wieder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Freude und Genugtuung findet die Crew genug: Das leichte Kräuseln der Wasseroberfläche der Nachrichtenlandschaft ist ebenso spannend anzuschauen wie ein Politikerwal oder eine Kirchenkröte. Am liebsten aber blicken die Matrosen auf die Untiefen der menschlichen Seele. Dieser neugierige und unverhohlene Blick auf die Anderen ist nicht sehr dezent, aber genau das, was alle am meisten interessiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich machen die schicken neuen Jachten und motorisierten Rennboote der Trouw heftig Konkurrenz. Zwar verzeichnet die Zeitung als Einzige steigende Abozahlen. Aber die Anzeigeneinnahmen stagnieren. In den kommenden Jahren muss deshalb gespart werden. Unter der Devise „immer in Bewegung bleiben“ wird nun nach Sparmöglichkeiten gesucht, und für die Besatzung gibt es keine sichere Planke. Andererseits wird ebensoviel Kraft und Geld in neue Projekte gesteckt – in Kooperationen mit Verlagen und Fernsehsendern, neuen Marketingideen oder ungewöhnlichen Textformen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den kurzen Momenten der Stille wird auf Deck heftig darüber debattiert, ob der Kurs der Trouw auch der Richtige ist, ob nicht die Segel besser gespannt oder die Wanten noch stärker angezogen werden müssten. Manche fragen sich auch, ob nicht die Zeit der Windjammer vorüber ist. Die meisten aber strecken nur grinsend ihr Gesicht über die Reling, schnuppern die Meeresluft und schmecken die salzige Gischt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114073108647051536?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114073108647051536/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114073108647051536&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114073108647051536'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114073108647051536'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/der-navigator.html' title='Der Navigator'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-114047995383361197</id><published>2006-02-21T00:54:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T22:00:09.756+01:00</updated><title type='text'>Schmachtfetzen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0494.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0494.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute keine schrecklichen Anekdoten. Heute nicht. Jetzt soll es um Kultur und Begeisterung gehen. Zum Beispiel die Bar im alten Postgebäude, in dem sich übergangsweise auch das Stedelijk-Museum befindet. Der Lift fährt in den zehnten Stock, ein kurzer Gang, dann öffnet sich ein langer, hoher Raum mit großen Fenstern und 360 Grad Blick über die gesamte Stadt. Ein DJ spielt Loungemusic, an den Seiten lümmeln sich die Menschen in niedrigen Couches, weiter hinten sitzen verliebte Pärchen an eleganten Designertischen und ein paar Touristen kleben an der Bar. Über den Fenstern wird eine Videoinstallation gezeigt mit Touristen, die sich in Hongkong vor der Skyline ablichten lassen. Cool place.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder: Das kleine Museum (&lt;span class="broodtekst"&gt; &lt;a href="http://www.museumamstelkring.nl/" target="_blank"&gt;Museum Ons' Lieve Heer op Solder&lt;/a&gt;) &lt;/span&gt;in der Innenstadt zwischen Chinatown und Nuttenviertel, ein altes Haus aus dem 17 Jahrhundert, in das im dritten Stock eine Kapelle gebaut wurde, damit die Katholischen ungestört zum Gottesdienst gehen konnten. Zum Rembrandtjahr werden dort neben die altehrwürdigen christlichen Motive und Ölgemälde Kunstwerke von Menschen mit Behinderungen gehängt. Eine stolze und ungenierte Schau, die mit einem Augenzwinkern belehrt und erfreut. Und ein wunderschönes Haus mit bizarren Treppenläufen und versteckten Kämmerchen, mit steilen Stiegen und altem Mobiliar, in dem man sich gerne Stunden aufhält.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/22log4.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/22log4.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Oder: Eine Plastikschale mit fettigen panierten Fischstücken und einer undefinierbaren, aber sehr schmackhaften würzigen Sauce über die Theke gereicht bekommen, sich damit in die Sonne stellen, stippen und schmatzen, dem Kreischen der Möwen zuhören und den Fisch- und Gemüsehändlern auf dem Wochenmarkt in Leiden zuschauen. Wenige Meter weiter dann wieder stehen bleiben, an einem indonesischen Stand für 50 Cent eine riesige Lompoek vertilgen und dabei zwei fabelhaften Jazzmusikern lauschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder: Laufschuhe anziehen, Mütze, Handschuhe, die Gracht entlangjoggen, über die belebten Strassen springen, wenn gerade kein Auto entgegenkommt, an Hausbooten entlang und kleinen halb versunkenen Ruderbooten und Piesel-Sandecken für Hundebesitzer und ihr Getier und Coffeeshops vorbeilaufen, an der Leidseplein und den Touristen vorbei direkt in den Vondelpark. Die Ruhe dort genießen, das Tempo drosseln, am Kinomuseum und der kleinen Kirche vorbei, dem kleinen Stückchen Natur auf die Pelle rücken und zusehen, wie das Gras sich von dem Winter erholt, die Bäume noch erstarrt sind und das Wasser sich leise kräuselt im kalten Wind. Dann und wann einen großen Sprung machen – sei es, um einer Pfütze auszuweichen oder aber einem Radler, der entweder blind oder blöd ist.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/22log3.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/22log3.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Oder: Spät abends noch durch die Stadt radeln, ins Tuschinski, dem wohl schönsten Kino der Welt. An den altmodischen Kartenschaltern eine Karte bestellen, den Geldschein in die kleine Drehscheibe klemmen und eine Karte bekommen. Durch die hölzerne Westerntür in den plüschigen Saal treten, an roten Pannesamtvorhängen vorbei in den zweiten Vorraum spazieren, in der altmodischen Toilette mit Schminktischen und Waschbecken vor lauter Türen kaum mehr den Ausgang finden, beim Platzanweiser nach der richtigen Reihe fragen. Und dann, sich in die tiefen Sessel plumpsen lassen und einen Herzschmerz-Liebesfilm ansehen, bis die Tränen kullern. Schmacht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-114047995383361197?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/114047995383361197/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=114047995383361197&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114047995383361197'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/114047995383361197'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/schmachtfetzen.html' title='Schmachtfetzen'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-113999274455374437</id><published>2006-02-15T09:38:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T22:00:40.960+01:00</updated><title type='text'>Bowlingkugeln und Biotope</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/amst2.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/amst2.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oh! Es ist so anstrengend! Die Billardkugeln in meinem Kopf werden gelegentlich zu schweren Bowlingkugeln, die blaue Flecke an meinen Hirnwindungen hinterlassen, so anstrengend ist es, die alltäglichen Gespräche in der Redaktion zu verfolgen und zu verstehen. „Schluss jetzt, ich mag nicht mehr“, sagt dann der kleiner Niederländerteufel in meiner Stirn, „du spinnst wohl, wenn du denkst, du könntest mich hier beliebig einsetzen, ich streike“. Flugs schiebt sich ein schwarzer Balken vor mein Hirn, es blitzt kurz in meinen Augen, sodass ich blinzeln muss und plötzlich einen Stich in Kopf spüre, und dann verstehe ich einfach NICHTS mehr. Ich verstehe nicht das Gesprächsthema, nicht den Zusammenhang, nicht einmal einzelne Worte. Es ist einfach nur ein fauchend-gurgelnder niederländischer Endlossatz. Peng. Blackout.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich gibt es auch schillernde Momente. O. schickt mich zu einem Kulturredakteur, der zu einer Ausstellung geht, zu der ich auch gerne gehen möchte. Ich stelle mich neben den Hünen mit langen grauem Zopf und Holzfällerhemd, er will schon weglaufen, als ich Stopp rufe und mich verständlich zu machen versuche. Oh, du sprichst aber gut Niederländisch, sagt der Hüne ernsthaft und erzählt mir etwas über das Museum. Als ich wieder an meinen Platz zurückkehre, fühle ich mich wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal beim Bäcker Brötchen gekauft hat für die ganze Familie und nun stolz der Mama das Wechselgeld in die Hand drückt, natürlich mit einem Gesichtsausdruck, als sei nichts gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohnehin versetzt mich diese Sprachunfähigkeit wieder häufig in die Gefühlswallungen einer Jugendlichen: Ich zerre und ziehe an einer Tür, weil ich das Schild nicht richtig lese, bis mich jemand von hinten anstupst und „Drücken“ sagt, was ich wieder nicht verstehe, bis der Andere dann grinsend die Tür für mich aufdrückt. Oder ich werde von einem Kollegen angesprochen, merke das nicht, höre dann das Gelächter von den Kollegen, richte den Kopf auf, um festzustellen, dass diese über mich Lachen, weil ich nichts gehört habe. Ganz schön ist auch, wenn ich mich an einem Gespräch beteilige (auf Deutsch, da es schnell gehen soll), um dann von anderen zu hören, jaja, das Argument hatten wir schon. Ach! Erdboden! Öffne dich, verschlinge mich auf der Stelle!&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/log3.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/log3.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Apropos Erde: So ein Großraumbüro ist ein wundersames Biotop, nein, vielmehr eine riesige gefräßige menschliche Pflanze. Die Pflanze wächst und bewegt sich, ihre Fasern strecken sich nach dem Nährstoff Nachricht, sie bebt und grummelt, pocht und zittert. Alle Fasern der Pflanze gehören zusammen, doch arbeiten und reagieren sie nach ganz eigenen Gesetzen. Jede Faser weiß, dass sie ohne die anderen Fasern nicht überleben könnte – und doch würde sie sich manchmal wünschen, alleine zu sein, um selbstsüchtig den nahrhaften Boden genießen zu dürfen oder sich ganz egoistisch der Sonne zuwenden zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder beobachtet jeden. Alles wird im Geiste notiert: ob man laut stampfend oder schlurfend über den Teppichboden läuft oder kokett stolziert, ob danach die Luft nach Parfüm oder Zigarettenrauch riecht. Ob der Kollege sich gerne mit einer bestimmten Kollegin unterhält. Oder sich lieber hinter seinem Bildschirm verschanzt. Wann die Kollegin auf die Toilette geht, und ob sie sich mit einen Tee oder einen Kaffee zurückkommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Pflanze funktioniert nur, weil es eine Unzahl ungeschriebene Gesetze gibt: Ein Blick von anderem Ende des Raumes wird zwar registriert, aber nicht erwidert. Ein privates Telefongespräch existiert für den Sitznachbarn nicht, es wird geflissentlich überhört, als Zeichen dafür steht man auf oder wendet seinen Kopf demonstrativ ab. Kommentare über Kleidung, Aussehen oder Befinden sind tabu. Schließlich gibt es bis auf die Toilette und ein paar winzigen Schreibstuben keinen Raum, in den sich der Angesprochene zurückziehen könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ruft ein Menschenwesen „oh!“, richten sich augenblicklich alle Fasern auf: Das ist das offizielles Signal, hinschauen und ungeniert beobachten zu dürfen. Ist der Ausruf sehr laut, bildet sich um das Wesen eine kleine Ansammlung, neugierig und lachend und glücklich, für wenige Minuten die Erlaubnis bekommen zu haben, aus der Selbstbeherrschung heraustreten zu dürfen. Wenig später senkt sich wieder Stille über den Raum, und die Fasern erschauern leicht, während die Menschenpflanze langsam wächst.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-113999274455374437?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/113999274455374437/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=113999274455374437&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113999274455374437'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113999274455374437'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/bowlingkugeln-und-biotope.html' title='Bowlingkugeln und Biotope'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-113968469946726553</id><published>2006-02-11T20:03:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T22:01:24.160+01:00</updated><title type='text'>Kurzschlüsse</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/log6.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/log6.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;Wie lange braucht ein Mensch, um sich in einer neuen Umgebung wohl zu fühlen? Eine Woche, ein Monat, ein Jahr? Vor allem aber: Was macht dieses Wohlgefühl aus?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eben haben sich die meisten Lichter in der kleinen Launderette, in der ich meine Wäsche wasche, von selbst ausgeschaltet, die große Industriewaschmaschine surrt leise vor sich hin, ich sitze auf dem Bügeltisch und schaue mir die Welt von drinnen an. Die Lebenshaltungskosten in Amsterdam sind erschreckend hoch: Vierzig Minuten Waschen kosten zehn Euro, zwanzig Minuten Trocknen weitere fünf! Ein gewöhnlicher Einkauf für eine Person leert die Brieftasche um mindestens 30 Euro, und selbst die Briefmarken für Deutschland kosten 65 Cent. (Jetzt weiß ich, warum die Niederländer so gerne ins Ausland fahren....)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein erstes kleines Wohlgefühl hat sich inzwischen eingestellt: Ich kenne die Ampel, bei der ich abbiegen muss zu meinem Arbeitsplatz, ich weiß, wo der Fla in meinem Supermarkt steht und wie ich meinen Rechner anschalten muss, ich kenne die Kantinenkassiererin und die Buchhandlung um die Ecke, und ich weiß, wie ich das Toilettenpapier im Bad hinstellen muss, um nach dem Duschen nicht nur eine breiige Substanz in meinen Händen zu halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Genuss ist das Fahrradfahren. Einbahnstrasse? Egal, einfach durchfahren. Kommt ein Auto in einer schmalen Gracht entgegen? Der wird schon stehen bleiben, wenn ich komme. Fußgänger? Bleibt erst recht stehen. Auf den großen Fahrradstraßen gilt: Alles, was vor deiner Nase passiert, ist wichtig. Alles, was hinter dir geschieht, ist unwichtig – auch wenn du plötzlich links oder rechts abbiegst oder dich dafür entscheidest, plötzlich zu bremsen, um auf das Trottoir zu fahren. Die wahren Meister sind natürlich diejenigen, die mitsamt zwei Kindern auf dem Fahrrad, zwei gepackten Fahrradtaschen und Tüten am Lenkrad an mir vorbeischieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch: Zum Wohlgefühl in einer neuen Umgebung gehört auch das Gefühl, sich mit den Menschen unterhalten zu können, mit ihnen zu kommunizieren und ihre Emotionen und Reaktionen richtig deuten zu können. Ich hatte vergessen, was für ein großes Handicap es ist, eine Sprache nicht sprechen zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;O. zeigte mir einen Text zur Vollversammlung in Porto Alegre und erzählt, er habe drei kirchlichen Mitarbeitern ein Handy in die Hand gedrückt, damit sie täglich ihre Eindrücke schildern. Ich soll parallel dazu täglich aktuelle Informationen von der offiziellen Seite zuliefern – und genau hier werden die Sprachprobleme offensichtlich. Wenn ich eine deutsche Zeitung lese, kann ich nach einem, höchstens zwei Absätzen sagen, worauf der Autor hinaus will, was die zentrale Botschaft ist, und wie der Autor dazu steht. Bei der hiesigen Zeitung aber sind mir die Arbeitsweise, Themenwahl und Schreibweise völlig fremd. Ich bin gerade mal in der Lage, den groben Sinn eines Textes zu verstehen. Aber ich erfasse weder Schreibstil oder Koloratur eines Textes, noch kann ich den „Subtext“ oder die Ironie des Berichts erkennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Will ich selbst schreiben, gibt es eine Art Kurzschluss in meinem Kopf: Hirnleitungen, die etwa gerade an der Themenwahl gearbeitet haben, schmurgeln durch und hinterlassen einen wabernden Textbrei. Und Abends, wenn ich durch die Stadt laufe oder in meinem Bett liege, zoomen mir dann plötzlich niederländische Begriffe vor das innere Auge, um mit einem Blitz wieder zu verschwinden, ohne dass ich ihre Bedeutung erfasst hätte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-113968469946726553?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/113968469946726553/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=113968469946726553&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113968469946726553'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113968469946726553'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/kurzschlsse.html' title='Kurzschlüsse'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-113952852763868084</id><published>2006-02-10T00:41:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T22:01:54.776+01:00</updated><title type='text'>Alles wird gut</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/log11.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/log11.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Auf meinem gelben Tisch, den ich bislang wegen des Schummerlichts in meinem Zimmer immer für hellgrün gehalten habe, stehen drei tiefrote Amaryllis in einer braunen Vase, darüber spaziert ein Kamel in die Abendsonne eines kitschigen indischen Bilderrahmens, meine Heizung pustet konstant Gas in die Trommel, und ich trinke ein lausiges Heineken-Bier und stippe einen neu gekauften Löffel (die alten waren uah) in einen Schoko-Flan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe den ersten Wind-, Hagel- und Regenschauern auf dem Fahrrad getrotzt, in einer Buchhandlung ein Wörterbuch bestellt (und stolz meine Adresse angeben können), beim Mittagessen in der Kantine den Redaktionskollegen drei Fragen auf Niederländisch gestellt (!) und die Antwort verstanden (!!!).Ich habe meine Telefonrechnung bezahlt und mit dem weißhaarigen Postkantoor-Mann geflirtet und vor lauter Begeisterung darüber gleich noch mein Handy für etliche Euro gefüttert, auch wenn ich es ohnehin nicht nutze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe von einem freundlichen älteren Herren ein Passwort für das interne Netzwerk der Zeitung zugewiesen bekommen, mit dem ich nun wild im Redaktionssystem und im Intranet herumstöbern kann, stolz meine Internetadresse vermailt, um dann zu erfahren, dass sie irgendwie doch nicht funktioniert und habe grinsend in Kauf genommen, dass meine erneuten Erklärungen vom Kollegen nicht verstanden wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe O. auf seine Bitte hin durch meine Internet-Recherchewelt geführt und mir im Anschluss daran seine coolen Sites zeigen lassen. Wir haben über aktuelle Themen diskutiert und Vereinbarungen getroffen, die ich wahrscheinlich völlig falsch verstanden habe, aber nun einfach umsetzen werde. Ich habe einen Duschvorhang gekauft mitsamt Haken und Stab und in meiner Kühlkammer befestigt, damit Toilette, Waschbecken und Necessaire nicht immer mitduschen müssen. Ich weiß nun, wo die „Launderette“ liegt, in der ich einen Teil des morgigen Abends verbringen darf, und habe in den legendären Pathé-Kinos, die übrigens nicht minder künstlich wirken wie die kommerziellen Kinofabriken in Deutschland, mir nicht nur einen Film angesehen, sondern auch die bunten Miezen und coolen Jungs.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/amst3.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/amst3.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Nach all diesem bin ich wieder auf mein quietschendes Fahrrad gestiegen, mit Blinklicht am nassen Jackenrevers über Brücken und Straßenkreuzungen und hell beleuchteten Wohnungen und dunkle Grachten geholpert, beobachtet, wie die Niederländer mal eben einen lässigen Blick nach halblinks werfen, wenn sie abbiegen, und es ihnen gleichgetan, und bin glücklich und zufrieden in mein stilles Haus zurückgekehrt. Noch ein Heineken. Dann ist mir auch nicht mehr kalt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-113952852763868084?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/113952852763868084/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=113952852763868084&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113952852763868084'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113952852763868084'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/alles-wird-gut.html' title='Alles wird gut'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-113934563340838498</id><published>2006-02-07T21:53:00.000+01:00</published><updated>2006-03-23T00:17:55.110+01:00</updated><title type='text'>Der erste Tag</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/amst1.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/amst1.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;Natürlich verfahre ich mich am ersten Tag mit dem Fahrrad. Atemlos rase ich zunächst an dem Redakteur O. vorbei, der auf der Strasse auf mich wartet. Dann kehre ich um, und er schaut mich etwas ungläubig, aber auch ironisch lächelnd an. Ob ich es gleich gefunden habe, fragt er, als ich ungeschickt an dem klobigen Schloss herumziehe, um das Fahrrad sicher abzuschliessen, äh, nein, nicht wirklich, antworte ich, dabei läuft meine Nase, ich schwitze, und außerdem verstehe ich sowieso nur die Hälfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Nichtverstehen wird in den kommenden Stunden groß geschrieben. Wir fahren nach Hilversum, den Medienstandort schlechthin in den Niederlanden. Die Ortschaft selbst besteht wie üblich aus niedrigen rotgeziegelten Häusern, nur die Hochhäuser sind schick und weiß und gehören den Programm- und Rundfunkanstalten. Das Gebäude des christlichen Senders, den wir besuchen, liegt etwas abseits in einer repräsentativen Villa. Wir kommen gerade rechtzeitig zur geplanten Brainstormingrunde für ein neues christliches Sendeformat, rund zehn Teilnehmer warten schon. Wir schütteln jedem die Hand, sagen kurz unseren Namen, dann wird noch ein Stuhl für mich geholt, es gibt Tee oder Kaffee in die Hand und dann geht es los.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine kurze Vorstellungsrunde, ich soll anfangen, hilfe, „ik ben journalist van duitsland en met krant“, mist, ich habe mich versprochen, meinen Namen vergessen, und überhaupt, hat mich jemand verstanden?, egal, O., der neben mir sitzt, grinst und stellt sich vor. Nach einer kurzen Einführungsrunde werden wir in vier Gruppen aufgeteilt, jede Gruppe soll Ideen sammeln für das neue Sendeformat. Die beiden Frauen um die vierzig, die mit uns in einem Raum sitzen, wirken ratlos und nicht recht überzeugt von dem Sendeformat. O. hingegen sprudelt nur so vor Ideen, rutscht auf seinem Stuhl hin und her, stützt sich auf den knarzenden Konferenztisch, um sich sogleich wieder zurückzulehnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der großen Runde ist die Situation nicht viel anders: Die Moderatorin verzeichnet alle Ergebnisse auf einer Flipchart, möchte inhaltliche sowie formale Vorschläge, doch bleibt die Runde ratlos, als es um ein Resume geht. Nur die geladenen Gäste, der Redakteur und ein weiterer Theologe, haben konkrete Vorschläge und hinterfragen kritisch die Vorschläge, die sich vor allem an Sendeformaten orientieren. Ich bin verblüfft: Die Menschen des Fernsehsenders scheinen diejenigen zu sein, die von Kirche und Christentum am allerwenigsten wissen – und auch am geringsten damit anfangen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Mittagessen werden wir in die kleine Kantine unter dem Dach geführt, am Tresen gibt es wieder labbrige Brotscheiben, Schnittkäse und Wurst sowie ein wenig Grünzeug – jeder stellt sich sein Sandwich zusammen, dazu gibt es ein Glas Sauermilch oder Orangensaft, ein gekochtes Ei oder eine Banane für insgesamt zwei bis drei Euro. Meine Sitznachbarin fragt mich kurz, ob ich für die Zeitung arbeite, und als sie mein schlechtes Niederländisch hört, wendet sie sich freundlich und bestimmt ihrem Nachbarn zu. Ich habe weder die Kraft noch den Mut, mich in ein Gespräch einzuklinken, außerdem verstehe ich kaum etwas, also mümmele ich an meinen Käsebroten und versuche meine Kopfschmerzen niederzukauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin erschöpft von der Anstrengung, die dieser Vormittag für mein Sprachohr bedeutet hat, doch der Nachmittag soll noch schlimmer werden. O. nimmt eine Praktikantin mit im Auto, damit erübrigen sich die Fragen, die ich gerne noch zur Erläuterung stellen wollte, und wieder einmal sitze ich als stumme Teilhaberin dabei.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/blog10.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/blog10.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;In die Zeitung kommt nur, wer mit einer Chipkarte das Drehkreuz betätigen kann. Wenn man aus dem Aufzug tritt, geht es einen breiten Gang entlang an einem Sofa vorbei in den großen Redaktionsraum. In engen Reihen stehen dort die Tische rechts und links von einem Mittelgang, den Raum erfüllt ein Stimmengewirr, es klingeln Telefone, die Tasten klappern. Im Gegensatz zu den klaren Geräuschen eines Großraumbüros im Fernsehen erfüllt diesen Raum eher ein Raunen, ein unbestimmtes Brummen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sprachbarriere wird für mich in dieser Umgebung zu einer unüberwindbaren Mauer: Der Cocktaileffekt, also die Fähigkeit, auch über Entfernung und durch ein unbestimmtes Gemurmel zu erkennen, ob eine Information bzw. ein Satz interessant sein könnte, ist ausgehebelt. Ich bin am Rand der Verzweiflung: Ich verstehe O. nur, wenn er sich direkt an mich wendet. Wenn er sich aber nicht neben mich stellt, merke ich nicht, dass ich gemeint bin. Hinzu kommt das unangenehme Gefühl, nichts tun zu können und Jedermann eine Last zu sein. Mein Kopf schmerzt und mein Mund ist ausgetrocknet, als O. mich nach zwei Stunden schließlich anstupst und meint, nun werde er gehen, er könne mich wieder zu meinem Fahrrad bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich auf mein Fahrrad steige, kann ich mich kaum gegen den Klos im Hals wehren. Zwar kenne ich dieses Gefühl von Nutzlosigkeit und Verzweiflung, das an jedem Anfang steht, gut, doch fällt es mir schwer, souverän und lässig damit umzugehen. Also trete ich in die Pedale und fahre bis hinter den Bahnhof, um auf die graue Wasserfläche zu starren, die langsam von der Nacht weggeschwappt wird.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-113934563340838498?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/113934563340838498/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=113934563340838498&amp;isPopup=true' title='1 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113934563340838498'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113934563340838498'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/der-erste-tag.html' title='Der erste Tag'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-113925950363464518</id><published>2006-02-06T21:52:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T22:02:48.800+01:00</updated><title type='text'>Amsterdam</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/amst4.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/amst4.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;Da bin ich nun. Ich wohne an einer schönen Gracht! Die Strasse ist kaum befahren,  Baumwurzeln haben die Ziegel gelöst und verschoben, sodass die Autos nur im Schritttempo fahren können. Auf dem schwarzblauen Wasser liegen ein paar kleinere Motor-Boote und Enten stippen an den moosigen Wänden herum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Karins Haus wohnen sechs Parteien, im Hausflur stehen die Fahrräder beinahe bis zum steilen Treppenhaus. An Karins Briefkasten, der vor Post und bunten Werbezetteln überquillt, steht auch Marga – und als ich die Wohnung betrete, verstehe ich endlich, warum Karin und Marga identisch sind: Karinmarga ist Sannyasin. Auf den schrillgrün, lila und rosa gestrichenen Wänden hängen Fotos eines indischen Gurus,  ein kleiner Fernseher und ein Radio sind mit glänzenden Tüchern bedeckt, auf kleinen Tischen stehen Pflanzen und allerlei Steine, Miniatur-Buddhas, Kerzenhalter, Duftfläschchen, eine Kiste mit klingenden Kugeln, ein Behältnis mit Duftkerzen. Das einzige kleine Regal enthält neben einem dicken Hindi-English-Wörterbuch auch zwei Wälzer über Osho, die „Ephemerides 1901-2100“, eine Art Nachschlagewerk für Horoskop-Fans und diverse andere Literatur über Meditation, Heilkraft und Hinduismus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt ist das etwa 20 Quadratmeter große Zimmer spartanisch eingerichtet: Neben einem kleinen Bett, dass als Sofa dient, und einem größeren Futon in einer Zimmervertiefung, die von einem Bastparavent verdeckt wird, gibt es eine Küchenzeile mit Spüle und Ofen, sowie einen Kühlschrank, auf dem ein kleiner Gasherd steht. Das Bad ist eine kalte Kammer mit Toilette, winzigem Waschbecken mit kleinem Spiegel und einer Dusche mit Abfluss durch den Kachelboden. Auf dem Boden steht ein Waschzuber und ein Putzeimer, an der Wand hängt ein Handtuchhalter. Einzige Vorräte im Küchenschrank sind schwarzer Tee, asiatische Gewürze, etwas Reis, rote Linsen und eine Dose Tomatenmark. Es gibt einen verbeulten Alutopf und eine Pfanne, ein paar bunte Teller, Tassen und zwei Gläser. Einziger Luxus ist ein Mixer und ein Wasserfilter. Auf dem selbst gestrichenen hellgrünen Schreibtisch liegen die USB-Stecker für einen Laptop, daneben steht ein Drucker, auf einem Beistelltisch stehen ein Anrufbeantworter und ein HotSpot-Anschluss für kabelloses Internet-Surfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gasheizung in der Mitte des Raumes ist nicht viel mehr als eine beheizbare Trommel, und ich versuche vergeblich, mit dünnen Streichhölzern eine Flamme zu entzünden. Nachdem ich den Nachmittag unter der Daunendecke verbringe, aber trotzdem entsetzlich friere, überwinde ich meine Scheu und klopfe beim Nachbarn, wie es mir Marga in ihrem freundlichen Empfangsbrief empfohlen hat. Berend hat einen runden Kopf mit dunklen Haaren und spricht nach zwei meiner niederländischen Sätze gleich Deutsch mit mir, aber weder er noch sein Freund bekommen den Herd an. Dann bringt er mir einen kleinen Elektro-Heizer und verspricht mir, am kommenden Tag einen Fachmann zu bestellen. Als ich später von einem Abendspaziergang zurückkomme, steht die Tür offen, und er grinst und hält eine Fahrradpumpe hoch: Vielleicht ist nur die Öffnung verstopft, sagt er, pustet in das kleine Loch, hält ein Streichholz hinein, und endlich glimmt eine blaue Flamme im Sichtfenster. Noch in der Tür erzählt Berend, er habe eine deutsche Mutter, aber schon seit Jahren kein Deutsch mehr gesprochen. Ich schlage ihm radebrechend vor, einen Tausch zu machen: Er soll künftig Deutsch sprechen, ich will dafür Niederländisch reden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein erstes Abendessen besteht aus Knäckebrot mit Frischkäse und einem „Palm“-Bier, dann ruft Cornelia, meine Kollegin aus Den Haag an, und fragt mich nach dem schönen Zimmer, von dem schon mein Kollege berichtet habe. Ich blicke aus dem Fenster auf die Gracht, sehe mein Spiegelbild, und denke, nun stehe ich auch in einem dieser bunt beleuchteten Fenster, bei denen man genau sieht, wer dahinter wohnt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-113925950363464518?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/113925950363464518/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=113925950363464518&amp;isPopup=true' title='2 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113925950363464518'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113925950363464518'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/amsterdam.html' title='Amsterdam'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-113925895463436459</id><published>2006-02-06T21:48:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T22:03:35.313+01:00</updated><title type='text'>Gewächse in Den Haag</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/log2.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/log2.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Politikredakteure und Parlamentarier sind in den Niederlande eng miteinander verwoben. Direkt neben der Zweiten Kammer befindet sich das Cafe-Restaurant „Newsport“. Einlass bekommen nur akkreditierte Journalisten mit einer Chipkarte, und auch die Getränke werden auf dieser Karte verbucht. An der Eingangstür steht ein langhaariger Mittfünfziger in verschlissener Jeans und ausgeblichenem Hemd. Er ist der Gründer des Restaurants und ein Einflussreicher Journalist, sagt Gerd-Jan, als wir von ihm vorbei gewunken werden und unsere Mäntel an der Garderobe aufhängen. Mittelpunkt des Lokals ist ein langer Tresen mit Barstühlen für das schnelle Bier. Auf einer Empore stehen rund zwanzig elegant gedeckte Tische. Hier kennt jeder jeden: Mal grinsen sich Journalisten und Parlamentarier kurz zu, dann winken sie einander oder bleiben kurz stehen, um ein paar Worte zu wechseln. Unser Kollege Michiel erzählt, beim letzten Journalistenkurs habe er MP Balkenende an die Bar geholt für ein Gespräch mit den jungen Kollegen. Dann zeigt er kurz auf einige Köpfe und berichtet, wer hier alles sitzt: Ein renommierter Fernseh-Redakteur, ein bekannter Moderator im Gespräch mit Parlamentarier X und Y. Die Nähe und gegenseitige Einflussnahme sind offensichtlich. Kein Wunder, dass die Lokalität im Volksmund „Käseglocke“ genannt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum offiziellen Besuchsprogramm in Den Haag gehört der Besuch der Gemeinde Westland. Der Bürgermeister stellt uns sein Gemeindehaus mit gläsernem Besprechungsraum zur Verfügung, spendiert die typischen Mittagsbrötchen, Kaffee und Tee sowie ein üppiges Abendessen. Die Gemeinde floriert, gerade erst hat man große Pläne gemacht bis ins Jahr 2010. Wie die meisten Gemeinden haben die Menschen hier vor allem mit dem wenigen Platz zu kämpfen. Jeder Quadratmeter muss genutzt werden, und so ist die Karte, die er uns präsentiert, eine bunte Fläche. Bei unseren Rundfahrten durch die Gemeinde wird deutlich, was der Bürgermeister meint: Direkt neben der Strasse stehen die braungeziegelten Wohnhäuser sowie Parkplätze für ein bis drei Autos, hinter den Häusern beginnen die riesigen Gewächshäuser. Diese Gestaltung wiederholt sich über Kilometer: Strasse, Betonplatten, Haus, Glasdach. Ab und an mal eine Gracht, dann wieder Glasdächer. Grünflächen – nicht vorhanden. Der Bürgermeister will vor allem eines: Die Strassen ausbauen, damit der Anschluss an die großen Autobahnen, Flughäfen und Fährhafen verbessert wird. Die Ware wird immer schneller produziert und muss immer rascher an die Konsumenten geliefert werden.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/log7.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/log7.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die vielen Gewächshäuser bringen aber vor allem ein weiteres Problem mit sich: Weil das viele Regenwasser nicht in den Boden absickern kann, drohen die Grachten und Wasserkanäle überzulaufen. Statt in die Fläche zu bauen, soll es nun in die Höhe gehen: Experten entwickeln gerade neue Gewächshäuser, die das Regenwasser in einer Zisterne unter der Erde auffangen, um dieses wiederum später für die Bewässerung zu nutzen. Mit Hilfe von Sonnenenergie könnte dieses Wasser sogar als Wärmespeicher genutzt werden. Eine weitere Idee ist es, schwimmende Gewächshäuser auf dem Meer zu bauen. Sollte es gelingen, kostengünstige Entsalzungsanlagen zu bauen, könnte auch dies noch eine Zukunftsperspektive sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Arbeitslosigkeit in Westland ist gering, den statistischen Angaben zufolge beträgt sie um die vier Prozent. Probleme mit Ausländern gibt es nicht, sagt der Bürgermeister – auf Nachfrage stellt sich heraus, dass in der Gemeinde ohnehin kaum Ausländer wohnen, sondern lediglich zum Arbeiten hinkommen. Ob es nicht gefährlich ist, sich auf das Geschäft mit den Gewächshäusern zu verlassen? Der OB lacht zuversichtlich. Gemüse wird es immer geben – und die Gemeinde ist Vorreiter bei der Unterstützung von Innovationen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-113925895463436459?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/113925895463436459/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=113925895463436459&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113925895463436459'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113925895463436459'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/gewchse-in-den-haag.html' title='Gewächse in Den Haag'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-22047961.post-113925887228393323</id><published>2006-02-06T21:47:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T22:03:58.333+01:00</updated><title type='text'>Kasteel de Berckt</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/IMG_0170.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/IMG_0170.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Am ersten Abend, nach acht Stunden Unterricht, schießen die deutschen und niederländischen Begriffe wie Billardkugeln durch den Kopf. Mein Hirn ist ein ovales, leeres Gefäß, in dem die Vokalbeln wild durcheinander wirbeln, mal aneinander vorbeischießen, oder mit einem dumpfen „Pok“ aneinander stossen, um sich dann eine neue Richtung im dunklen Raum suchen. Die Augen schmerzen, selbst in der Nacht scheinen die Kugeln wild gegen die Augenlider zu stoßen und bunte Punkte auf der Netzhaut zu hinterlassen.&lt;br /&gt;Die bunten Kugeln werden auch in den nächsten Tagen ihren Abdruck in meinen Hirnwindungen hinterlassen, doch bewegen sie sich von Stunde zu Stunde langsamer, aus einem wilden Kugelschlag wird ein gemäßigtes Kullern, und wenn ich mich anstrenge, kann ich den Kugeln sogar einen Namen und eine Richtung geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein Merkwürdiges, nicht nur eine neue Sprache kennen zu lernen, sondern zugleich auch mit einer Gruppe fremder Menschen zusammen zu sitzen. Am ersten Abend tastet man sich vorsichtig ab, bemüht sich, nicht zuviel und nicht zuwenig zu sagen über sich, sucht nach Anzeichen, um die anderen einschätzen zu können: Werde ich Spaß haben mit der Frau? Wird die Andere dort drüben schwierig sein? Ist das jemand, mit dem ich gerne zusammenarbeiten will? Mit wem würde ich mich am ehesten zusammensetzen für eine Übung? Jeder weiß: Man wird die nächsten zwei Wochen miteinander auskommen müssen, ob man das will oder nicht. Und: Wir sind Leidensgefährten – im Guten wie im Schlechten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Essen überrascht mich vor allem, weil es – für deutsche Maßstäbe – so völlig „political incorrect“ ist nach den Standard einer durchschnittlichen deutschen Öko-Familie: In Fett gebratenes ist selbstverständlich – kein Tag ohne Pommes, Kroketten, Fischstäbchen. Mayonnaise gibt es nicht nur zu den Kroketten, deren Inhalt man lieber nicht kennen möchte, sondern auch zu Bratkartoffeln oder Reis. Das Gemüse ist aus der Tiefkühltruhe oder so weich gekocht, dass es nur mit viel Salz nach etwas schmeckt. Der Nachtisch, eine gelbe, mal mehr, mal weniger flüssige Masse, hinterlässt auf der Zunge den bitten Geschmack von künstlichem Aroma, Süßstoff und Gelatinepulver. Und die Sahne, die den „Flan“ verziert, ist nicht nur gezuckert, sondern wird eigens mit farbigen Zuckerperlen bestreut, die beim Schmelzen blaue, grüne oder blutrote Schlieren auf dem Teller hinterlassen.&lt;br /&gt;Im Land des Tees stehen in den meisten Kneipen und Restaurants edle Holzkästen mit Teebeuteln, bunt bedruckt mit Erdbeer-Motiven, Waldbeeren oder einem Apfel – doch tunkt man sie in das lauwarme Wasser, das aus der Kaffeekanne trielt, dann schmeckt das bestenfalls nach bitterem Schwarztee.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Himmel ist weit und ganz nah zugleich: Mühelos können die Augen eine weite Strecke überblicken und sich ein rasches Urteil bilden vom Wetter. Die Wolken aber scheinen ungleich näher zu sein als in Bayern: Zart schwappen sie hellgrau über die Felder und Gewächshäuser, hellblau-gelb ziehen sie über die Maas, und abends tunkt die Sonne sie in ein beeindruckendes, farbenprächtiges Bild von tiefrosa bis hin zu einem Tulpen-Purpur.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/1600/log8.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/5900/2237/200/log8.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Als wir deutschen und niederländischen Journalisten aufeinander treffen, ist der Unterschied offenkundig, wenngleich schwer zu beschreiben: Einer der niederländischen Journalisten kommt etwas später, und laut und deutlich sagt er hallo, ach ja prima, schön hier zu sein, wo kann ich denn sitzen, und schon läuft er zum freien Stuhl und bedient sich aus den Essensschalen. Die ganze Art der Niederländer ist locker und leger. Die Kleidung schick aber nachlässig, ein gestreifter Anzug, aber statt eines Hemdes ragt ein alter grau gewaschener Pullover unter dem Kragen heraus. Die junge Frau trägt lange, ein wenig unordentliche Haare, eine Hose und Pullover sind ebenfalls schwarzgrau gewaschen und gerade noch so, dass man sie nicht für dreckig halten könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Äußere laissez-faire entspricht der Art, die sie haben. Lässig und selbstverständlich werden die Zigaretten ausgepackt, mal eben ein Bier geöffnet, ein Wein ausgeschenkt, dann lehnen die niederländischen Journalisten sich ruhig zurück und beginnen zu reden – als ob es nichts Selbstverständlicheres gäbe, als ob wir uns  schon lange kennen würden. Nichts scheint wirklich schwer zu sein, alles ist erst einmal möglich und Wert, ein langes Gespräch zu führen. Überhaupt das Diskutieren – hier wird es groß geschrieben. Im Fernsehen gibt es lange Einstellungen, manche Sender werden als „Redesender“ bezeichnet. In Theatern und Gemeindesälen werden ganze Veranstaltungen organisiert, bei denen es nur um das Diskutieren geht. Ob das mit der Toleranz zu tun hat, frage ich. Naja, so tolerant sind wir ja nicht mehr, lautet die Antwort. "Ich mag die Art der Niederländer lieber, sie sind offener, freundlicher. Aber meine besten Freunde sind Deutsche", sagt unsere Lehrerin Sylvia mir. Beziehungen zu den Deutschen seien ernster und tiefer.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/22047961-113925887228393323?l=hetboekje.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hetboekje.blogspot.com/feeds/113925887228393323/comments/default' title='Reacties plaatsen'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=22047961&amp;postID=113925887228393323&amp;isPopup=true' title='0 reacties'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113925887228393323'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/22047961/posts/default/113925887228393323'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hetboekje.blogspot.com/2006/02/kasteel-de-berckt.html' title='Kasteel de Berckt'/><author><name>hetboekje</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12150529666253406403</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
